Großes Potential am Schönfelder Weg
Artikel vom: 12.05.2010
Grundsolide baute die deutsche Wehrmacht von 1939 bis 1942 das Heeresbekleidungsamt am Schönfelder Weg. Auf einer Grundstücksfläche von 210.000 Quadratmetern entstanden acht Häuser mit einer Fläche von 60.000 Quadratmetern. Einst bewirtschafteten hier Bernauer Bauern ihre Ackerflächen zwischen dem Schönfelder Weg und der Albertshofer Chaussee. Der Teufelspfuhl entstand später. Hier wurde der Sand ausgebaggert, der für den Beton benötigt wurde. Die acht Gebäude sind T- und I-förmig angeordnet. Die gesamte Fassade ist verklinkert. Weil während der Bauarbeiten der Zweite Weltkrieg ausbrach, konnte der Bau nicht vollständig abgeschlossen werden, was an der teilweise fehlenden Verklinkerung und Verbindung zwischen den einzelnen Häusern heute noch zu sehen ist.
Das Areal wurde von der deutschen Wehrmacht zur Lagerung und Verteilung von Uniformen und Ausrüstungen genutzt, vergleichbar mit einem heutigen Logistikzentrum.
Jedes Gebäude hat vier Etagen und eine enorme Raumhöhe. Selbst das Dach wurde mit Beton gebaut, um es vor Bränden bei einer Bombardierung zu schützen. Jedes Haus verfügt über zwei Treppenhäuser und einen Lastenaufzug. Nach Aussage von Jürgen Meyer kann der Lastenaufzug der Firma Flohr-Otis Aufzüge ohne weiteres wieder in Betrieb genommen werden.
Außerdem war das Gelände durch eine Bahnverbindung mit dem Bernauer Bahnhof verbunden. Die Gebäude weisen eine hohe Tragfähigkeit auf, die sich mit 1500 kg pro Quadratmeter Deckenbelastung verteilt.
Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges zog hier das russische Militär ein. Bis 1994 wurden hier in der chemischen Reinigung Uniformen der Armee gereinigt. Aufgrund der festgestellten Trinkwasserverunreinigung wird vermutet, dass Tetrachlorkohlenwasserstoff ins Erdreich abgeleitet wurden und das Trinkwasser damit unbrauchbar machte. Das Trinkwasser kommt heute aus der näheren Umgebung für die Stadt Bernau. Aufgrund der tragenden Stahlkonstruktion und stützfreien Stahlbetonbinder der Walmdächer könnten hier neue Nutzungsideen umgesetzt werden. Der Verein PANKE Park möchte, dass dieses Gelände einer weiteren Nutzung zugeführt wird und hat hier schon die unterschiedlichsten Ideen entwickelt. In den vergangenen Jahren haben sich hier bereits Künstler und Vereine eingemietet und verwirklicht, was nicht von Dauer war. Jürgen Meyer stellte in seinem Vortrag unter anderem die Möglichkeit des Baus von Wohnungen in den unterschiedlichsten Stilrichtungen von Holzhaus bis Loft vor, die dann als Miet- oder Eigentumswohnungen angeboten werden können. Auch die Verbindung von wohnen und arbeiten ist eine denkbare Variante. Aber auch eine Jugendherberge, eine Friedenskaserne, eine Antikriegsmuseum, Räume für Kunst und Künstler, Sporthallen, ein Ökomarkt, Bernauer Werkstätten, Kindertheater, Modellautosport oder ein Indoorspielplatz gehören zu den vielen Ideen des Vereins. Bürgermeister Hubert Handke begrüßte die Initiative des Vereins, hat aber, so Meyer keine Unterstützung zugesagt.
Interessenten soll es für das Areal geben, aber viele Auflagen sind einzuhalten und eine hohe Summe an Euros muss fließen, um es nutzbar zu machen. Denn, obwohl solide gebaut, sind in den letzten 50 Jahren Schäden entstanden, die auf mangelnde Instandsetzungsarbeiten zurück zu führen sind.
Eigentümer des Areals ist die Brandenburgische Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung- und verwertung mbH.
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