Höhere Preise, weniger Linienangebote
Brandenburger Verkehrsunternehmen fürchten fi nanzielle Kürzungen des Bundes
Artikel vom: 03.02.2012
Eberswalde (bhw). Auf die Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs könnten in den nächsten Jahren schwere Zeiten zukommen. Denn der Bund will bis 2020 den Geldhahn für die Unterstützung des kommunalen Personennahverkehrs zudrehen. Die brandenburgischen Verkehrsbetriebe, darunter auch die Barnimer Busgesellschaft (BBG), zeichnen deshalb ein schwarzes Bild. Sie sehen die Straßenbahnnetze und auch das O-Busnetz in Gefahr. Bislang fl ießen rund 54 Millionen Euro an Bundesmitteln in die brandenburgische Landeskasse. Das Land Brandenburg wiederum verteilt die Gelder auf die Städte und Kommunen, die damit den Personennahverkehr bestellen. Diese Bundesförderung soll ab 2014 verringert und bis 2020 komplett eingestellt werden. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sieht deshalb auch das Land in der Pfl icht. Bislang gebe die Landesregierung nicht einen Cent für die kommunalen Verkehrsbetriebe aus. Das müsse sich ändern. Doch eines ist klar, in Potsdam dürfte dafür kaum das Geld vorhanden sein. 60 Millionen Euro muss Jörg Vogelsänger in seinem Infrastrukturministerium in den nächsten zwei Jahren einsparen. Mehr Geld für die Verkehrsbetriebe steht also nicht in Aussicht. „Auch die Kommunen und der Landkreis als Aufgabenträger werden die Leistungen in ihrer derzeitigen Lage nicht selbst fi nanzieren können“, sagte BBG-Geschäftsführer Frank Wruck am Mittwoch gegenüber dem BLITZ. Sollten die Kürzungen wirklich eintreten, werde es zwangsläufi g zu einer Verringerung des Netzangebotes kommen. „Ich denke es gibt dann einen Mix aus zwei Bereichen. Zum einen wird der Kreis weniger Linien bestellen, zum Zweiten werden dann wohl auch die Fahrpreise steigen müssen“, so Frank Wruck weiter. Auch die fünf Millionen Euro, die ab 2013 allein für die Straßenbahnen und die O-Busse zur Verfügung stehen sollen, reichen laut den Verkehrsbetrieben nicht aus. Es werde zu einem Investitionsstau kommen, denn für die Sanierung und Erneuerung von Oberleitungen und Haltestellen reiche diese Summe nicht aus.
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