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Datum: 16.02.2017

Bibermanagement kritisiert

Martin Porath im Gespräch mit Abgeordneten

Wriezen (ma). Hochwasserschutz, Gewässerunterhaltung und Biber waren die Themen, über die der Geschäftsführer des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch (GEDO), Martin Porath, auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gewerbe, Ordnung, Sicherheit, Umwelt, Landwirtschaft und Tourismus (GOSULT) in Wriezen referierte. Der Ausschuss hatte ihn zu einer seiner regulären Sitzungen eingeladen. Martin Porath gab eine Einführung in die Geschichte und in die heutigen Aufgaben des GEDO. Immerhin gab es den ersten Vorläufer des Verbandes bereits von 300 Jahren. Am 23. Juni dieses Jahres soll das mit einem Tag der offen Tür gefeiert werden. Auch auf die Struktur der vier Beitragsgebiete und die Beitragsgerechtigkeit ging Porath ein. Die erhobenen Beiträge dienten der Gewässerunterhaltung und dem Unterhalt wasserwirtschaftlicher Anlagen, wie zum Beispiel der Schöpfwerke. Fragen kamen auf, wie es sich mit dem sogenannten Binnenhochwasser verhalte. Ein Begriff, der für Starkniederschlagsereignisse mit schlecht abfl ießendem Wasser gebraucht wird, den Porath aber für falsch hält. Der Effekt sei nicht neu, bereits in den 1930er und 80er Jahren hätte es solche Ereignisse gegeben. Das letzte Binnenhochwasser führte er auf das Drängen von Landwirten zurück, die den GEDO erst nach ihrer Ernte auf die durch sie bewirtschafteten Uferfl ächen lassen wollten. Dadurch war die Alte Oder nur in Teilen entkrautet und das Wasser konnte nur langsam abfl ießen. Auch die Verdichtung der Böden durch immer schwerer werdende Landtechnik machte er mitverantwortlich. Unweigerlich kam das Thema auf das Lieblingstier des Oderbrüchers zu sprechen. Porath kritisierte das aktuelle Bibermanagement als wirkungslos. Die Zahl der 21 im letzten Jahr geschossenen Biber läge unter der natürlichen Sterberate des Bestandes, der auf mindestens 1.500 Tiere geschätzt wird. Zudem erweise sich der Fallenfang oft als wirkungslos, da die Biber inzwischen die Gefahr erkennen. Falls doch ein Biber in die Falle gehe, werde er darin erschossen. Eine Methode, die im GOSULT für Kopfschütteln sorgte. Nach wie vor werden die Tiere für große Schäden an Deichen, Gräben und selbst an Straßen verantwortlich gemacht. Der Sieben-Punkte-Plan zum Bibermanagement solle deshalb noch in diesem Jahr erneut geprüft und ausgewertet werden. Auch der Zustand der Deiche kam zur Sprache. Wöchentlich gäbe es im GEDO eine hydrologische Lagebesprechung, in die auch internationale Wasserstände entlang der Oder einfl ießen. Man habe dementsprechend eine zwölftägige Vorwarnzeit für Hochwasser. Sorgen machen dem Verband allerdings, dass die polnischen und tschechischen Deiche saniert und erhöht wurden, ohne genügend Rückhaltefl ächen anzulegen. Nicht im Unterlauf sondern im Oberlauf der Oder beginne der Hochwasserschutz, so Porath.

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