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Datum: 16.02.2017
Rubrik: Kunst & Kultur

Selbstbeschreibung der Region

Buchpräsentation zum Jahresthema „Handwerk“ des Museums Altranft

Altranft (ma). Das Buch „Handwerk“ zum letztjährigen Jahresthema des Museums Altranft – Werkstatt für ländliche Kultur wurde am Freitag vergangener Woche von Lars Fischer und Kenneth Anders in Altranft vorgestellt. In den Räumen in der Schneiderstraße 18 befand sich einst die Tischlerei, als das Museum noch eine Baubrigade hatte, erklärte Lars Fischer. Nun sollen dort Gegenstände aus dem Depot der Sammlung untergebracht werden. Die Regale seien von Handwerkern hergerichtet worden. „Erfi ndungsreichtum, handwerkliches Geschick und der Blick auf das Notwendige, das zeichnet viele Handwerker aus“, sagte Fischer. Er schlug damit eine Brücke zum Jahresthema 2016 und zu dem Buch, welches vorgestellt wurde. Neben 40 Fotografi en von Ingar Krauss geben 30 Berichte aus dem Arbeitsleben verschiedener Handwerkerinnen und Handwerker einen Einblick in die lebendige Handwerkskultur im Oderbruch. Bereits im Sommer letzten Jahres sind Ingar Krauss Fotografi - en in einer Freiluftausstellung im Schlosspark des Museums in Altranft zu sehen gewesen. Der Aufl and Verlag hat sie nun zusammen mit Texten auf über 200 Seiten zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Die Fotos zeigen typische Handwerkszeuge und eben die Hände der Handwerker. In ihrer Einfarbigkeit und Anmutung erinnern sie an die Zeit, als Handwerk noch „goldenen Boden“ hatte. Auch aus einigen Texten spricht diese Zeit. Vor allem die Resignation vor der Übermacht der Supermärkte und der industriellen Produktion. Trotzdem vereint die Handwerker, die Liebe zu ihrem Beruf. Genauso wie die Angst um das Weiterleben ihrer Traditionen und Gewerke. Bäcker und Fleischer hoffen auf die Erkenntnis bei ihren Kunden, dass handgemachte Ware von besserer und individueller Qualität ist. Das Baugewerbe zwischen Dach und Erde scheint auf einigermaßen stabilem Boden zu stehen, klagt höchstens über mangelnde Zahlungsmoral und fehlenden Nachwuchs. Andere Handwerker, wie Sattler oder Korbmacher, fürchten hingegen das Aussterben ihrer Berufe, wie der des Müllers Schönrock. Diese Themen und viele Lebensgeschichten von Handwerkern aus dem gesamten Oderbruch versammelt das Buch „Handwerk“. Kenneth Anders betonte, dass, wenn man das ländliche Handwerk wiederbeleben wolle, es wichtig sei zurückzugehen auf die Erfahrungen die Betroffene selber erlebt haben. Daher sei dieses erste Jahr exemplarisch, für die Arbeit des Trafoprojektes des neuen Museums. Anlässlich der Buchpräsentation wurden weitere Projekte im Bereich Handwerk vorgestellt, die sich das Museum Altranft als Werkstatt für ländliche Kultur für das Jahr 2017 vorgenommen hat. So soll zum Beispiel eine thematische Handwerkermesse in Altranft organisiert werden. Dort soll die besondere Kraft des Handwerks für die Region herausgestellt werden. Als Beispiel wurden Ringe als Objekte genannt und zudem als Anregung ringförmiges Gebäck gereicht. Mit Jahresthemen möchte das Museum Altranft einen Beitrag zur kulturellen Selbstbeschreibung der Region leisten. Nach dem Thema Handwerk im Jahr 2016 wird das Thema Wasser 2017 im Mittelpunkt stehen. Bearbeitet werden diese sowohl mit Ausstellungen, unter Zuhilfenahme des Sammlungsbestandes, als auch mit Blick auf die Gegenwart durch Befragungen und Feldforschungen in der Landschaft. Die Jahresthemen sind ein wichtiger Baustein für die Transformation des ehemaligen Freilichtmuseums in eine „Werkstatt für ländliche Kultur“. Zu jedem Jahresthema soll im Aufl and Verlag eine Publikation erscheinen.

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