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Datum: 16.03.2017

Protest gegen Schließungspläne

Senvion-Werk in Trampe stellt Produktion ein / Mitarbeiter kämpfen für Erhalt / Politischer Raum sichert Unterstützung zu

Trampe (vk). Es ist eine Hiobsbotschaft – nicht nur für die über 100 Mitarbeiter des Senvion-Werkes in Trampe, sondern auch für die regionale Wirtschaft. Auf einer Kundgebung vor den Werkstoren machten die Mitarbeiter am Mittwoch ihren Unmut deutlich und demonstrierten gegen die geplante Schließung. Erst am Montag hatten die Mitarbeiter offi ziell von der Schließung erfahren. Zuvor kursierten lediglich Gerüchte, die sich nun zu bewahrheiten scheinen. „Am Montag kam die Bestätigung, die uns alle echt schockiert hat“, erklärt Betriebsratschef Thomas Rex. „Es kam ein Vertreter der Geschäftsführung und hat uns mitgeteilt, dass nicht nur wir betroffen sind, sondern deutschlandweit abgebaut wird“, berichtete Rex. In Trampe soll die Produktion eingestellt werden - eine Überraschung für die Mitarbeiter. „Das versteht hier keiner, denn wir waren bis zum Jahresende völlig ausgelastet. Aber das hat auf einmal nicht mehr gestimmt“, so Rex. Ganz deutlich kündigten die Mitarbeiter am Mittwoch ihren Kampf um den Erhalt des Werkes und ihren damit verbundenen Arbeitsplätzen an. Unterstützung sicherte dabei auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber zu. Er versuchte, den Beschäftigten Mut zu machen und erzählte von seinen Erfahrungen im Kampf um den Erhalt des Bahnwerkes. „Wir können nicht zaubern, aber kämpfen“, sagte der Minister zu den angeschlagenen Mitarbeitern des Tramper Werkes und verweist dabei auf die Bahnwerker. Dennoch ist die Situation eine andere, das weiß auch der Minister. „Das Bahnwerk gehörte der Deutschen Bahn und diese befi ndet sich im 100-prozentigen Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Und die Firma Senvion befi ndet sich im Eigentum eines US-amerikanischen Finanzinvestors. Das macht die Lage sehr viel schwieriger, das gehört zur Wahrheit dazu“, betonte der Minister. „Die Entscheidung des Unternehmens ist 48 Stunden her. Ich habe jetzt kein fertiges Rezept in meiner Tasche. Aber wir werden hart arbeiten, um eine Lösung zu fi nden.“ Solidarisch zeigten sich indes auch die Bahnwerker aus Eberswalde, die ebenfalls an der Kundgebung teilnahmen, um den Betroffenen Mut zu machen. „Ihr müsst vor allem zusammenhalten und euch mit dem Betriebsrat gut absprechen. Verliert nicht den Mut und kämpft. Unser zweieinhalb jahrelanger Kampf hat auch etwas bewirkt“, sagte der Betriebsratsvorsitzende des Bahnwerkes, Andreas Hoffmann, zu den Betroffenen. Die Beschäftigten in Trampe werden kämpfen. Das kündigten sie lautstark an. Ihren Frust gegenüber der Führungsspitze machten sie ganz deutlich – auch als der Personalmanager zu den Beschäftigten sprach. Er betonte, dass die Schließung rein wirtschaftliche Gründe hätte und dass das Unternehmen auch nach Lösungen für die Mitarbeiter suche. 17 Azubis lernen derzeit noch im Tramper Werk. Hinzu kommen rund 50 Produktionsmitarbeiter, sowie Beschäftigte im Verwaltungsbereich. Sie alle sind schockiert, werden aber alles für den Erhalt des Werkes tun und weitere Maßnahmen ergreifen. Auch der Landkreis Barnim sicherte den Mitarbeitern Unterstützung zu. Barnimer Vizelandrat und Wirtschaftsdezernent Carsten Bockhardt versprach, im Falle einer Schließung Alternativen für die Mitarbeiter anzubieten. Auch als Fernsehbeitrag auf: www.odf-tv.de

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