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Datum: 16.03.2017
Rubrik: Gesellschaft

Neuer Altar– ganz der Alte

Eichenholz soll Wurmbefall verhindern

Brodowin (e.b.). In den Jahren 2011 bis 2013 erfolgte an der Stüler-Kirche Brodowin eine Generalsanierung. Eine komplette Sanierung der Außenhülle war notwendig geworden und ist erfolgreich gelungen. Ebenso das überholte Gestühl, die Sanierung der Holzeinbauten und die Wiederherstellung der ursprünglichen Farbgebung im Innern wie zur Zeit der Erbauung durch Friedrich August Stüler 1852/53, erfreut heute das Auge der Betrachter, freut die Gemeinde und die vielen Besucher! „Ein „Sorgenkind“ jedoch war bis dahin die Beschaffenheit des Altartisches. Nichts Historisches, sondern eine schlichte Arbeit mit Sockeln aus Sperrholz und einer aufgelegten Holzplatte – eingekerbt die Buchstaben A und O“, erzählt der Brodowiner Pfarrer Andreas Lorenz. 1956 vom damaligen ortsansässigen Tischlermeister Hans Zielkowski erbaut, war er im Laufe der Jahre vom Holzwurm zerfressen. Im Zuge der Generalsanierung war es erfolgreich gelungen, den Holzwurm aus dem Innern der Kirche zu verbannen. „Ausgerechnet vom jüngsten und nicht historischen Bauteil der Inneneinrichtung ging nun die Gefahr aus, der Holzwurm könnte wieder auf die alten Holzteile übergreifen. Das galt es zu verhindern“, so Pfarrer Lorenz. Der Brodowiner Zimmerer Denny Gerner hat im Februar dieses Jahres den Altar aus massivem Eichenholz nachgebaut und von Hand die Buchstaben A und O eingearbeitet. Der Besucher wird keine optische Veränderung wahrnehmen, denn der Tisch gleicht seinem Vorgänger bis in Detail. Für den vielseitig begabten Handwerker Denny Gerner – wie er selbst sagt – eine Ehrensache. Solch einen Altar zu bauen, sei schon etwas Besonderes. Und er fühle sich so dem damaligen Erbauer handwerklich verbunden. „Kürzlich hat er auch die beiden Eingangstore zum Kirchhof originalgetreu unter Wiederverwendung der alten Metallbeschläge nachgebaut. Auch dort darf man die sachgemäße und qualitativ hochwertige Arbeit bewundern“, lobt der Brodowiner Pfarrer. Der Altar in einer evangelischen Kirche sei kein „heiliger“ Tisch, aber er sei sehr wohl zentrale Mitte des Chorraumes, würdiger Aufbewahrungsort für Kruzifi x, Leuchter, Altarbibel und Abendmahlsgeschirr und sei gleichsam das Herzstück der Kirche. Der ursprüngliche Altar der Brodowiner Kirche sei vermutlich eine schlichte „Holzkiste“, von allen Seiten mit Stoff bespannt und einer aufgelegten Samtdecke gewesen. So sei es auf einem historischen Foto zu erkennen. Pfarrer Andreas Lorenz vermutet, dass dieser ebenfalls wegen Wurmbefall in den 50er Jahren ersetzt werden musste.

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