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Datum: 16.03.2017
Rubrik: Gesellschaft

„Riesa“ feiert 120. Geburtstag

Seitenraddampfer 1897 gebaut / Seit 1979 Museum für Schifffahrtsgeschichte im Oderraum

Oderberg (uk). Das Oderberger Museumsschiff „Riesa“ wird in diesem Jahr 120 Jahre alt. „Wir, der Förderverein Binnenschifffahrts- Museum Oderberg, haben vor, voraussichtlich zum Tag des offenen Denkmals im Herbst, eine Ausstellung anlässlich des 120-jährigen Jubiläums zu gestalten“, erklärt Anke Marquardt, verantwortlich für das Oderberger Museum. Was ist so besonderes an diesem Dampfer, der am Ufer liegt? Dieser Seitenraddampfer wurde 1897 in der Werft Dresden- Blasewitz als damaliger Personendampfer unter dem Namen „Habsburg“ gebaut. Das nach dem Ende der Monarchie in „Riesa“ umbenannte Schiff fuhr bis zum 2. Weltkrieg. Im Mai 1945 wurde es am Laubegaster Ufer von der SS gesprengt, am 1. Mai 1947 erfolgte die Wiederindienststellung. 1963 machte sich ein erster Kesseltausch erforderlich, 1971 ein zweiter. Am 16. August 1976 wurde der Dampfer wegen Kesselschadens außer Dienst gestellt und von der Weißen Flotte in Dresden stillgelegt. Die „Riesa“ sollte nach der Stilllegung verschrottet werden. Wie sie schließlich nach Oderberg kam, schildert Horst Fleischer in seiner „Chronik von Oderberg“: Der rührige Direktor des Oderberger Museums Günter Hoffmann spürte die „Riesa“ in Dresden auf. Der Rat der Stadt Oderberg rettete mit Unterstützung des Rat des Kreises Eberswalde die „Riesa“ vor der drohenden Verschrottung, kaufte sie auf und ließ sie nach Oderberg überführen. Diese Fahrt von Dresden nach Oderberg war abenteuerlich. Der Seitenraddampfer ist immerhin 56 Meter lang und 10,20 Meter breit. Die Höhe von etwa 6,20 Meter über der Wasserlinie wurde durch den Abbau der Aufbauten für den Transport reduziert. Die Schleusen- und Brücken-Durchfahrten wirkten speziell im Bereich der Havelund des Havel-Oder-Kanals jedes Mal wie ein Nadelöhr, oft blieben nur wenige Zentimeter Spielraum. Ein Schubboot brachte die „Riesa“ aber trotzdem über den 490 Kilometer langen Wasserweg in sechs Tagen sicher bis zur kleinen Werft nach Hohensaaten, wo das Oberdeck und alle Aufbauten wieder montiert wurden. Danach ging es zurück nach Oderberg. Bei angestautem Wasserstand wurde die „Riesa“ dann mit zwei Winden auf frischen Douglasienstämmen auf den vorbereiteten Platz in der Freilichtausstellung gezogen. Am 7. Oktober 1979 wurde der Seitenraddampfer „Riesa“ in der Freilichtausstellung als Museumsschiff eingeweiht. Für die Ausstellung zum 120-jährigen Jubiläum der „Riesa“ sucht der Förderverein Binnenschifffahrts-Museum Oderberg noch persönliche Erlebnisse, Anekdoten oder anderes Material, was mit dem Dampfer zu tun hat. Infos und Nachfragen bitte unter Telefon 033369/539321 oder 033369/470.

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