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Datum: 13.04.2017

Zuwachs in der Gründerallee

„young companies“ feierte 600. Gründung – Stärkung Ostbrandenburger Unternehmerkultur


Strausberg (sd). Die sogenannte Gründerallee am Strausberger Innovations- und Technologiecentrum (Stic) wurde kürzlich um einen sechsten Ahorn erweitert.


Seit 2012 unterstützt das Projekt „young companies" junge Menschen bis 30 Jahre beim Schritt in die Selbstständigkeit. „Von der Ermutigung zur Umsetzung eigener Geschäftsideen, über die Marktanalyse und Vermittlung des unternehmerischen Handwerkszeugs sowie der Herstellung von Kontakten bis zu den ersten Schritten", umschreibt Projektleiterin Claudia Rosenstengel das Tätigkeitsfeld.


Im Laufe der Jahre sei es Tradition geworden, auf dem Gelände des Stic alle hundert Gründungen einen Baum zu pflanzen, sodass allmählich eine kleine „Gründerallee" entsteht, ergänzte Rosen-stengel. Besonders in Ostbrandenburg zeigten die erfolgreichen Gründungen immer wieder, dass die Lage im ländlichen Raum und die Verwurzelung mit der Heimat keinesfalls Hemmnisse wirtschaflichen Erfolgs seien, schloss die Projektleiterin.


Zuletzt konnte mit Matthias Wiedwalds „[bildraum]" die 600. Gründung gefeiert werden. Seine Leidenschaft für bildende Kunst und die Möglichkeit, Kreativität im Handwerk auszuleben, bewogen den ausgebildeten Metallgestalter und studierten Handwerksdesigner 2016 zur Unternehmensgründung. Sowohl Auftragsarbeiten als auch Kurse für Interessierte bietet er nun in Reitwein im Oderbruch an.


Der Kontakt zu Claudia Rosenstengel entstand eher zufällig, erinnert sich Wiedwald. Gleichzeitig ist er dankbar für die außerordentliche und umfassende Unterstützung durch „young companies". Neben dem Stic unterstützen das Land Brandenburg, der Europäische Sozialfonds und zahlreiche Partner aus Wirtschaft und Politik das Projekt.


So erinnerte Stic-Geschäftsführer Andreas Jonas an völlig andere Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt mit zweistelligen Arbeitslosenquoten und einen deutlichen Wandel bis heute. Die Verantwortlichen des deutschlandweit einzigartigen Projektes hätten es verstanden, sich immer wieder anzupassen und Neues auszuprobieren, aber auch zu lernen, was nicht gehe, wie der Erfolg widerspiegle.


Von einer Erfolgsgeschichte für den Landkreis und das Stic sprach Märkisch-Oderlands Kämmerer Rainer Schinkel und verwies auf zahlreiche gegründete Firmen, die noch am Markt sind und sich inzwischen sogar erweitern. Die aktuelle wirtschaftliche Lage verleite dennoch viele Leute in vermeintlich sichere sozialversicherungspflichtige Festanstellungen, so Schinkel mit Blick auf rückläufige Gründungszahlen weiter. Infrastruktur, Marktzugang, gute Beratung und kommunale Zusammenarbeit seien Stärken der Region, während Kredite ein Schwachpunkt seien, den die Sparkasse Märkisch-Oderland als Partner abfedert, schloss der Leiter des Wirtschaftsamtes.


Schwierige Bedingungen prägten während der letzten Jahre die Fördermittelanträge, was nicht besser würde, erklärte André Röser vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Er selbst hätte sich ein derartiges Netzwerk bei seiner gescheiterten Firmengründung gewünscht.



BU: Der sechste Spitzahorn in der Gründerallee am Stic: Claudia Rosenstengel, André Röser, Andreas Jonas, Matthias Wiedwald, Elke Stadeler und Rainer Schinkel (von links).     Foto: sd


 



 


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