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Datum: 21.04.2017

Sicheres Leben im Landkreis

Kriminalitätsstatistik 2016: Leichter Anstieg gegenüber Landestrend, hohe Aufklärungsquote

Strausberg/MOL (sd). Premiere für die Polizeiinspektion Märkisch-Oderland: Mit der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik fand die erste Pressekonferenz im Strausberger Neubau der Polizei statt. Mit Blick auf die Zahlen der Kriminalitätsstatistik bestätigt sich: In Märkisch-Oderland ist es sicherer als anderswo im Land, wie Inspektionsleiter Sven Brandau vor Kurzem resümierte. Zwar ist die Häufi gkeitszahl mit 6.819 Fällen pro 100.000 Einwohner um fast 250 Fälle im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, dennoch liegen die Angaben noch deutlich unter den 7.479 Fällen im Land. „Entgegen dem Landestrend nahmen die Straftaten in unserem Kreis etwas zu“, so Sven Brandau. Weiterhin konnte eine hohe Aufklärungsquote beibehalten werden: mit 54 Prozent liegt sie 1,2 Punkte über dem Brandenburger Wert. Im Vergleich belegt Märkisch-Oderland Rang drei in Sachen Aufklärung nach den Inspektionen Uckermark und Oder-Spree/Frankfurt (Oder). Recht konstant sei der Anteil an Diebstahlsdelikten mit 38 Prozent, wie der Leiter der Inspektion Märkisch- Oderland konstatierte. „Im Bundesdurchschnitt liegt der Anteil knapp unter 40 Prozent.“ Insbesondere wurden wieder mehr Wohnungseinbrüche im Ballungsraum zwischen Berlin und Strausberg registriert. Dies sei einer der Schwerpunkte der Polizeiarbeit, die sich in den letzten Jahren immer stärker herausbildeten und auch künftig erhöhter Aufmerksamkeit bedürfen, wie Brandau ausführt. „26 Prozent Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen klingt nicht viel, ist jedoch ein guter Wert. In Berlin liegt er bei acht Prozent“, ergänzt der Polizeidirektor. Wie die Zahlen belegen, haben Einbrüche in Büro- und Kellerräume sowie auf Baufl ächen rasant zugenommen. Oft steckten dahinter Banden, wie Kriminalpolizei-Chef Jans Bergmann weiß. Allein in Bad Freienwalde konnte im letzten Jahr eine Gruppierung festgesetzt werden, auf deren Konto über 100 Einbrüche gingen. Ebenso im Raum Strausberg, Rüdersdorf, Fredersdorf-Vogelsdorf, Petershagen/Eggersdorf konnten Verantwortliche für über 60 Einbrüche ermittelt und festgenommen werden. „Wir haben genau die Richtigen erwischt, seitdem ist Ruhe“, fasst Jens Bergmann zusammen und fügt hinzu, dass man es oft mit sehr dreisten Tätern zu tun habe. Einen Anstieg von Brandstiftungen führt Sven Brandau wiederum auf einzelne Straftäter und kleinere Serien zurück. „Immer wieder sind es aber einfach nur fahrlässiger oder falscher Umgang mit Feuer oder schlicht technische Defekte. Bei einigen Kleingartenanlagen war die Sachlage allerdings eindeutig auf mutwillige Aktionen zurückzuführen“, so Brandau. Eine hohe Aufklärungsquote bei Rauschgiftdelikten verhalte sich hingegen relativ normal. Es sind Kontrolldelikte, die also aufgrund von Hinweisen aufgedeckt werden. „Unser Aufgabengebiet hier ist längst nicht erfüllt“, erklärt er weiter. Oft würden sich die Bürger an Ämter statt an die Polizei wenden. Für die Zukunft seien mehr gemeinsame Maßnahmen mit den Kommunen avisiert. Der Ansicht, in Grenzgebieten herrsche eine hohe Kriminalität, tritt Brandau entgegen und untermauert dies mit Auswertungen der Statistik: Die Fallzahl ist um 4,5 Prozent gesunken, während die Aufklärungsquote sogar noch etwas höher ist als der Landkreisschnitt. Gleichzeitig appelliert Sven Brandau an die Bewohner, jeden Einbruch und Vorfall zu melden. Viel zu oft würde offensichtliches Diebesgut sichergestellt, das jedoch den ursprünglichen Eigentümern nicht zurückgegeben werden könne, da die Diebstähle nicht angezeigt würden. „Insbesondere Diebstahlsdelikte, damit wir mit der Staatsanwaltschaft die Möglichkeit haben, darauf reagieren zu können, Ermittlungen einzuleiten und Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen“, so Inspektionsleiter Sven Brandau. Auf politisch motivierte Straftaten angesprochen, erklären Brandau und Bergmann, dass es 2016 entgegen dem Landestrend weniger Vorfälle gab. Gleichzeitig wurden aber mehr Gewaltdelikte registriert. Die Aufklärungsquote sei gestiegen, da Täter oftmals eindeutig identifi ziert wurden. Gemeinsam mit Städten und Kommunen sei dieser Form der Straftaten sehr gut zu begegnen. „Die Zahl der Straftäter nicht deutscher Herkunft hat sich wieder beruhigt, Übergriffe in Gemeinschaftsunterkünften sind zurückgegangen“, fügt Jens Bergmann mit Blick auf Bad Freienwalde hinzu. Graffi tis seien im Land praktisch kein Problem. Die Zahl sank von 275 auf 195.

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