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Datum: 21.04.2017
Rubrik: Gesellschaft

Naturkunde-Unterricht mit Frosch und Co.

Junge Biesenthaler halfen fl eißig bei der Leerung der Krötenzäune mit / Schutz der Tiere wird vom NABU betreut

Biesenthal (ka). Für einige Schüler der Biesenthaler Grundschule gab es Anfang des Monats Naturkundeunterricht der besonderen Art. Sie durften dem Naturschutzbund Kreisverband Barnim e.V. (NABU) bei der täglichen Leerung der Krötenzäune helfen. Jedes Jahr kümmern sich Mitglieder und ehrenamtliche Helfer um den Aufbau und die tägliche Leerung solcher Zäune. Der NABU Barnim betreibt insgesamt drei davon in Bernau, Ladeburg und in Biesenthal. In Bernau wird bereits seit 1994 für mehr Sicherheit der Kröten gesorgt. Am Wehrmühlenweg in Biesenthal wurde der Zaun in diesem Jahr zum 4. Mal aufgebaut. „Das ist immer dann notwendig, wenn die Wanderwege der Amphibien über die Straße führen. Gerade im Frühjahr kommt es zu vielen Verlusten, weil die Tiere überfahren werden“, erklärt Andreas Krone vom Verein. Ab einer Nachttemperatur von etwa fünf Grad verlassen Molche, Frösche und Kröten ihr Winterquartier und machen sich auf zu ihren Laichgewässern. Auf den bis zu zwei Kilometer langen Wanderungen müssen die Tiere Straßen überqueren, die für sie eine Gefahr darstellen. Durch die Krötenzäune werden sie daran gehindert, auf die Straße zu kommen. Sie versuchen den Zaun zu passieren, bis sie in einen Eimer fallen und am nächsten Morgen von ehrenamtlichen Helfern herausgeholt werden. Bei der besonderen Schulstunde haben diese Aufgabe Erst- und Zweitklässler der Biesenthaler Grundschule „Am Pfefferberg“ übernommen. Nach anfänglichen Berührungsängsten waren die Kinder zunehmend begeistert von den Amphibien. Andreas Krone vermittelte ihnen jede Menge Informationen über die Tiere. Am lebendigen Beispiel zeigte er ihnen unter anderem ein großes Krötenweibchen, das das kleinere Männchen auf dem Rücken bis zum Gewässer trägt. Das männliche Exemplar hielt sich dabei so fest, dass es nicht möglich war, das Paar zu trennen. Die Kinder schauten gespannt zu und genossen den Unterricht mitten in der Natur. Fast 50 Kröten und Fröschen fanden sie in den Eimern. Sie wurden bis zu einem nahegelegenen Feld gebracht. „Von dort aus schaffen sie es allein bis zum Gewässer“, war sich ein Kind sicher. Bevor sie aber freigelassen wurden, konnten die Tiere noch einmal ganz genau beobachtet werden und auch Fragen wurden vom NABU-Experten beantwortet. Wenn die Amphibien ihr Ziel erreicht haben und die Temperaturen warm genug sind, laichen sie ab. Im Gewässer entwickeln sich Kaulquappen und kleine Kröten. Wenn die Tiere den Zweck ihrer Wanderung erfüllt haben, geht es zurück ins Winterquartier. Dafür müssen sie wieder über die Straße. Da sich die Rückwanderung sehr lange hinzieht und hauptsächlich in der Dämmerung stattfi ndet, sind die Opferzahlen dank der Sommerzeit bei den Fröschen und Kröten auf ihrer Rückwanderung sehr gering. Der Vorgang wird seitens des NABU sorgfältig dokumentiert. So informiert Andreas Krone, dass es am Wehrmühlenweg ein breites Artenspektrum gibt. Teich- und Kamm-Molche, Erdkröten sowie Mohr-, Gras- und Teichfrösche sind vertreten. In den letzten Jahren wurden 1.500 Exemplare über die Straße getragen. Vor der Betreuung durch den NABU gab es so viele überfahrene Tiere, dass sich die Anwohner beschwerten, so dass schließlich der Naturschutzbund tätig wurde. Bis Ende April werden die Zäune aufrechterhalten. Sie müssen täglich kontrolliert und geleert werden. Aktuelle Informationen zur Wanderung können in der Schutzzaundatenbank des NABU abgerufen werden. Helfer für die Zaunbetreuung werden benötigt und können sich bei Interesse an den Naturschutzbund Kreisverband Barnim e.V. wenden. Auch als Fernsehbeitrag auf: www.odf-tv.de

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