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Datum: 18.05.2017

Wo aus Helfern Freunde werden

Der Besuch aus der Eberswalder Stadtverwaltung in der Partnerstadt Delmenhorst stand im Fokus der Stadtentwicklung

Eberswalde (e.b./lo). Die Eberswalder Partnerstadt Delmenhorst liegt zwar nicht an der Küste – vom Barnim aus betrachtet allerdings schon fast. Deshalb begann der zweitägige Besuch einer Delegation aus der Eberswalder Stadtverwaltung unter Leitung von Bürgermeister Friedhelm Boginski Mitte Mai auch mit einem Ausfl ug nach Wilhelmshaven. Bei einer Hafenrundfahrt galt der Besuch insbesondere dem Jade-Weser-Port, dem Marinehafen und der Tanker- Löschbrücke. Viel Zeit, sich gemeinsam mit dem Delmenhorster Oberbürgermeister Axel Jahnz den Seewind um die Nase wehen zu lassen, blieb jedoch nicht. Am frühen Abend des ersten Besuchstages wurde das Delmenhorster Rathaus besichtigt, zehn Jahre jünger als das Pendant in Eberswalde. Für beide Häuser steht eine Verjüngungskur an, daher informierten sich die Eberswalder über die Nutzung der historischen Bausubstanz für einen modernen Verwaltungsbetrieb. Denn in Eberswalde werden mit der Sanierung die Raumaufteilungen der Ämter neu organisiert, bürgerfreundlicher und serviceorientierter, erläuterte Nancy Kersten, Pressesprecherin der Stadt. Im Verlauf der Gespräche des Abends stand vor allem die städtische Wirtschaftspolitik im Mittelpunkt. Delmenhorst hat eine komplette Wandlung erfahren müssen, von einem Standort der Jute verarbeitenden Industrie und Linoleumproduktion zu einem Hafenstützpunkt. Der zweite Besuchstag stand ebenso im Zeichen des Städtebaus. Neben Oberbürgermeister Jahnz begleitete auch Stadtbaurätin Bianca Urban die Gäste aus Eberswalde. Im „Neuen Deichhorst“ verschafften sie sich einen Eindruck davon, wie auf dem Gelände der ehemaligen Caspari-Kaserne in vergleichsweise kurzer Zeit ein völlig neuer Stadtteil mit Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Kulturangeboten, Pfl egeeinrichtungen, Kindertagesstätte und Gewerbe entstanden ist. Auch wenn der Deichhorst nicht mit der „Märkischen Heide“ in Eberswalde zu vergleichen ist, lassen sich doch Parallelen in der Ausgangssituation feststellen. Die Partnerschaft zwischen Delmenhorst mit seinen etwa 76.000 Einwohnern und Eberswalde besteht seit 1990. Vor allem in der Anfangsphase war sie von einem regen Austausch auf Verwaltungsebene geprägt. „Es war Aufbauhilfe - nun sind es Freundschaften“, bringt Bürgermeister Boginski es auf den Punkt. Daneben pfl egen insbesondere ehrenamtliche Partnerschaftskreise in beiden Städten den Kontakt durch regelmäßige Besuche, die auch in diesemJahr wieder in beide Richtungen geplant sind. So wird der Eberswalder Freundschaftskreis unter Leitung von Birgit Hellenbach schon in der nächsten Woche nach Delmenhorst reisen, wo sich von gastgebender Seite Vorsitzender Rolf Heitmann mit seinem Kreis engagiert. Beide Seiten bereiten das 25-jährige Jubiläum der Kooperation der Freundschaftskreise 2018 vor. Die eigentliche Städtepartnerschaft ist zwei Jahre jünger. Die offi ziellen Besuche von Delegationen unter Leitung der Bürgermeister fi nden üblicherweise einmal jährlich statt, womit jede Seite alle zwei Jahre Gastgeber ist. Dennoch könnte in diesem Jahr auch eine zweite Begegnung stattfi nden und der Delmenhorster Oberbürgermeister Axel Jahnz, entsprechend des Baufortschritts im „Westend Center“, auch außerplanmäßig nach Eberswalde kommen: Denn in diesem neuen Wohngebiet mit Reihenhäusern und dazugehöriger Infrastruktur ist geplant, eine der Strassen „Delmenhorster Straße“ zu taufen.

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