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Datum: 06.07.2017
Rubrik: Sport

Starker Nachwuchsbereich zeichnet größten Fußballverein in Eberswalde aus

Über die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Konkurrenzgedanken und knappe Kapazitäten der Trainingsstätte sprach der FSV-Lok Vorsitzende Götz Herrmann mit dem Blitz

Eberswalde (uk). Der FSV Lok Eberswalde ist mit seinen 372 Mitgliedern der größte Fußballverein in der Barnimer Kreisstadt und der zweitgrößte im Landkreis. Mit dem 1. Vorsitzenden des FSV Lok, Götz Herrmann, sprach Udo Kalms vom Blitz.



Der Blitz: Herr Herrmann, was ist das Besondere am FSV Lok Eberswalde? Herrmann: Das Besondere am Verein, von unseren 372 Mitgliedern sind knapp 80 Prozent Kinder und Jugendliche. Diese Quote macht uns stolz. Insgesamt haben wir 18 Mannschaften im Spielbetrieb, davon sind 13 Juniorenteams, vier treten im Männerbereich an und eine Frauenmannschaft spielt in der Kreisliga. Dazu kommt noch ein Bambini-Team, wo die Kinder zwischen vier und fünf Jahre alt sind. Unser fußballerischer Schwerpunkt liegt also aktuell eindeutig auf dem Kinder- und Jugendbereich. Dazu zeichnet uns ein sehr großer Zusammenhalt quer durch den Verein aus.



Der Blitz: Zeigt sich das auch in der Qualität der Nachwuchsmannschaften? Herrmann: Auf jeden Fall. Wir haben alle Altersklassen von den G- bis zu den A-Junioren besetzt, manchmal sogar dreifach. Die Nachwuchsmannschaften spielen alle im Landesbereich, die B-Junioren sogar in der Brandenburgliga. Lok hat sich inzwischen zu einem Club, bei dem es in den ersten Teams um Leistungssport geht, gewandelt.



Der Blitz: Hat es ein junger Lok-Spieler schon einmal nach oben geschafft? Herrmann: Neben einigen vielversprechenden Talenten denke ich da sofort an Moritz Fedder. Er wurde von unserem Trainer Thomas Beuster entdeckt, spielte dann bei uns in der Brandenburgliga sehr erfolgreich und später beim FV Preussen Eberswalde noch ein Jahr, bevor er dann zum FC Energie Cottbus wechselte. Ein talentierter Spieler. Ich hoffe, noch etwas von ihm zu hören. Dazu kommt, viele unserer Nachwuchsspieler werden im DFB-Stützpunkt Eberswalde trainiert und spielen in der Kreis- und Landesauswahl.



Der Blitz: Wie erklären Sie diese Begeisterung der Kinder, unbedingt beim FSV Lok zu spielen? Herrmann: Neben unserer idealen Lage im schönsten Stadion der Stadt bekommen Eltern und Kinder mit, dass wir den Nachwuchsbereich nicht nebenbei machen, sondern wir diesen jeden Tag mit Leben erfüllen. Wir organisieren im Nachwuchs zusammen mit den Eltern Trainingslager, Turnierfahrten oder auch einfach mal Spaßfahrten zu tollen Anlässen in der Region. Dies dient alles dem Teamzusammenhalt. Wir haben dazu auch viele Vereinsaktionen oder Veranstaltungen, wo wir die Mitglieder, Eltern und Freunde immer mit einbeziehen. Weiterhin besitzt Lok den Ruf auch etwas anders als andere Vereine zu sein. Wir schicken Kinder, die vielleicht nicht das unbedingte Talent mitbringen, nicht nach Haus. Lieber schauen wir dann, ob wir eine weitere Mannschaft organisieren und sie zum Spielbetrieb anmelden.



Der Blitz: Steckt eine bestimmte Vereinsphilosophie dahinter? Herrmann: Aus einem Spaß heraus hat sich der Spruch „Na vonne!“ im Verein etabliert. Aber er sagt letztlich auch aus, wie der Verein funktioniert. Wir glauben daran, dass wir Potenziale haben und für uns gibt es seit ein paar Jahren nur eine Richtung, nämlich nach vorn. Diese Mentalität haben inzwischen fast alle im Verein aufgesaugt. Aber für uns alle ist Lok eine totale Herzensangelegenheit, wo auch jeder mitgestalten kann. Das schweißt zusammen und das merken auch alle, die neu zu uns kommen.



Der Blitz: Im Männerbereich klappt es mit dem Nachwuchs sehr gut. Wie sieht es beim weiblichen Fußball-Nachwuchs aus? Wir haben immer gesagt, dass wir bei Nachwuchsmannschaften im Frauenbereich gern dem Eberswalder Sportclub mit seiner Erfahrung den Vortritt lassen. Dennoch haben wir einige talentierte Mädels bei uns. Diese können bis zu den B-Junioren gemeinsam in einem Team mit den Jungs spielen. Zwei unserer Kickerinnen spielen inzwischen auch in der Landesauswahl.



Der Blitz: Gibt es eine Zusammenarbeit mit dem FV Preussen Eberswalde? Herrmann: Der FV Preussen Eberswalde ist für uns ein sportlicher Konkurrent, an dem wir uns gerne messen. Aktuell gibt es keinerlei Zusammenarbeit. Obwohl sich das Verhältnis in den Jahren entspannt hat, kann man eine gewisse Rivalität bis heute nicht leugnen. Die Konkurrenz im Nachwuchsbereich belebt. Und welche Stadt kann schon behaupten zwei B-Junioren- Brandenburgligisten in einer Liga zu stellen? Wir arbeiten eng mit dem FV Stahl Finow sowie in einigen Bereichen mit SV Tornow 90, 1. FC Finowfurt und Fortuna Britz zusammen.



Der Blitz: Sind für die zahlreichen Nachwuchsteams im Verein genügend Trainer vorhanden? Herrmann: Die hohe Anzahl an Teams bringt natürlich auch die Problematik mit sich, geeignete Trainer und Betreuer zu fi nden. Zumal der Verein keinerlei Aufwandsentschädigungen zahlt und die Trainer sogar Sponsoren mitbringen. Wir haben Trainer bei uns, die schon sehr lange Teil des Teams sind. Ich denke da besonders an Jörg Heinold, Achim Ortel oder Thomas Beuster. Zusammen mit den jungen Trainern ist das eine tolle Mischung bei uns. Dennoch sind wir immer auf der Suche nach engagierten Trainern und Betreuern für unsere Teams.



Der Blitz: Werden bei dieser Vielzahl von Mannschaften die Trainingsmöglichkeiten im heimischen Fritz-Lesch-Stadion nicht ein Problem? Herrmann: Ja, die Trainingssituation stellt für uns das größte Problem dar und ist ein großer Frustfaktor bei Trainern und Spielern. Vielleicht kann man sich vorstellen, wie es ist, wenn 19 Teams de facto nur 1,5 Rasenfl ächen für den Trainingsbetrieb zur Verfügung stehen. Dazu teilen wir uns das Stadion mit den Leichtathleten vom Eberswalder SC und dem SV Motor Eberswalde, was es in der Stadt so nur im Fritz-Lesch- Stadion gibt. Trainingsfl ächen sind bei uns Mangelware. Aktuell weichen wir immer wieder zu Stahl Finow, zum Ostender Sportverein Eberswalde oder auf den Finowcampus aus. Aber das ist keine Dauerlösung, da all unsere Kids aus der Stadtmitte oder den östlichen Gemeinden kommen. Da eine Flächenerweiterung an unserem Standort nicht möglich ist, muss also über den Untergrund nachgedacht werden. Da macht beim Fußball eine Umwandlung von Rasen auf Kunstrasen großen Sinn. Denn dadurch entfallen die Schonund Regenerationszeiten sowie Platzsperrungen bei schlechtem Wetter. 2018 soll es mit einem Kunstrasen bei uns nun endlich soweit sein. Wir haben gemeinsam mit der Stadt die Weichen dafür gestellt und freuen uns riesig über diese Investition.

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