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Datum: 14.07.2017
Rubrik: Kunst & Kultur

Panta rhei - Bewegung im Oderbruch

Oderbruch Museum Altranft lädt Sonntag zur „Wasserschau“

Altranft (ma). Ein Museum transformiert sich: Ein Jahr nachdem das Freilichtmuseum Altranft zuerst als „Werkstatt für ländliche Kultur“, nun als Oderbruch Museum Altranft neu gestartet ist, sind die Spuren der Transformation deutlich zu sehen. Ab diesem Wochenende werden das auch die Besucher des Schlosses Altranft im Rahmen der Präsentation des Jahresthemas „Wasser und Oderbruch“ nachspüren können. Wo im letzten Jahr noch der alte Sammlungsbestand als Ausstellung „Revision“ zu sehen war, kann nun das neue Ausstellungskonzept zur Kenntnis genommen werden. Nichts soll mehr so starr sein, wie das Museumskonzept, das bis zum Schlusspunkt des alten Museums Ende 2015 galt. Die neue Sammlung soll Stück für Stück ergänzt werden können. Nicht nur durch neue Exponate sondern auch durch neue Erkenntnisse. So wie sich die Kulturlandschaft im Oderbruch verändert hat und verändern wird, so sollen sich die Inhalte der Ausstellungen transformieren. Alles fl ießt - Panta rhei. Das neue Ausstellungssystem lässt sich schnell verändern und aktuellen Erfordernissen anpassen, erklärt Kenneth Anders bei einem Rundgang durch die Räume. Er ist der Programmleiter des neuen Museums. Verstaubte museale Sammlungen sind nicht sein Ding. Gesammelt werden Zeugnisse der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Region, speziell des Oderbruchs. Und, darauf legt Anders großen Wert, Besucher sollen diesen Prozess lebendig nachvollziehen können. Einzig diesem Zweck werden gesammelte Gegenstände untergeordnet. Er stellt die Sinnfrage, warum sich in der alten Sammlung zum Beispiel viele Schreibmaschinen einer bestimmten Epoche befanden ohne konkreten Bezug zur Region. Als Gegenbeispiel zeigt er einen „Rübenzieher“, der von den Bauern hier entwickelt und angefertigt wurde. Die Werkzeuge sind Zeugnisse der landwirtschaftlichen Entwicklung im Bruch. In den einzelnen Räumen stehen alle ausgestellten Gegenstände in zeitlichem und geografi - schem Kontext entlang der Oder. Klar und aufgeräumt wirkt die Exposition und man kann den Werkstatt-Charakter erkennen. Das ist Teil des neuen Konzeptes, in dem zum Beispiel Schüler mit den Exponaten arbeiten können. Am Sonntag wird die Ausstellung ab 11 Uhr mit einer „Wasserschau“ im Schlosspark eröffnet. „Das Wassersystem im Oderbruch ist etwas weltweit Einmaliges. Man könnte es als eine riesige Landschaftsmaschine bezeichnen, die über mehr als zehn Generationen hinweg entwickelt, verfeinert und verbessert wurde. Die Menschen leben mit dem Wasser, kämpfen mit ihm, nutzen und steuern es“, so die Macher des Jahresthemas des Museums. Sie haben viele dieser Aspekte im Gespräch mit Bewohnern und Bewirtschaftern herausgearbeitet und präsentiert sie in der diesjährigen Ausstellung „Das Bruch und sein Wasser“. Optischer Höhepunkt ist die künstlerische Umsetzung der Geografi e des Oderbruchs in einem großen dreidimensionalen Gefl echt, das sich über einer sieben mal zwei Meter großen Karte erhebt. Zudem wartet im Park bis 17 Uhr ein Programm auf die Besucher: Wassermusik, eine Wasserperformance und um 15 Uhr die Premiere des Theaterstücks „Bibergeil“, das sich auf humoristische Weise mit einem im Oderbruch weithin bekannten Problem auseinandersetzt. Der Eintritt zur Wasserschau kostet vier Euro.

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