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Datum: 14.11.2017
Rubrik: Kunst & Kultur

Otto Freundlich

Zwei Denkmäler für den Künstler und Visionär

Der deutsch-jüdische Bildhauer, Maler und Humanist Otto Freundlich entwickelte in den 1920er Jahren die Idee einer Völker verbindenden „Straße der Skulpturen von Ost nach West“. Sie sollte ein sichtbares Zeichen für das friedliche Zusammenleben von unterschiedlichen Nationen sein. Seine Idee blieb allerdings eine Vision, da er von den Nazis als „entarteter Künstler“ verfolgt und 1943 ermordet wurde. Ihm zu Ehren sollen nun zwei Denkmäler geschaffen werden. Der Verein Steine ohne Grenzen hat diesen Sommer gemeinsam mit dem Sprachcafé Polnisch mit der Entwicklung von Ideen begonnen, die in dem Atelier der Bildhauer Silvia Fohrer und Rudolf Kaltenbach zusammengetragen wurden. Ganz im Sinne Otto Freundlichs sollen die zwei Denkmäler im Kollektiv erschaffen werden. Die Ideenfindung wurde nicht einzelnen Künstlern überlassen, jeder der wollte konnte daran teilnehmen. Zuerst wurde, wie bei einem zeichnerischen Brainstorming, mit Bleistift auf Papier festgehalten wie sich die einzelnen Teilnehmer ein Denkmal vorstellen. Die Form war nicht festgelegt, man konnte mit Symbolen und Assoziationen arbeiten. Aus den Symbolen und Ideen hat sich der grundlegende Inhalt herauskristallisiert, der dem Ganzen den emotionalen und geistigen Inhalt gab. An dem Konzept haben zahlreiche Teilnehmer an mehreren hintereinander folgenden Wochenenden seit August dieses Jahres mitgewirkt. Das Endergebnis war das Zusammenbringen aller Ideen und Gedanken zu einem Otto Freundlich Denkmal. Ein Otto Freundlich Denkmal soll innerhalb der Skulpturenlinie des Vereins Steine ohne Grenzen in den Rieselfeldern um Hobrechtsfelde nahe Berlin Buch anlässlich seines 75. Todestages aufgestellt werden. Das Zweite zu seinem 140. Geburtstag in der polnische Ortschaft Stolp, seinem Geburtsort. Entwickelt wurden die Ideen zu den Denkmälern im „Garten Freundlich“, unweit der Hobrechtsfelder Rieselfeldlandschaft. Hier in der Keimzelle des Projektes haben sich die zahlreichen Teilnehmer zunächst in verschiedensten Projekten mit dem Leben und Wirken Otto Freundlichs auseinandergesetzt. Eines der Projekte war der von Silvia Fohrer konzipierte „Steinwurf des Erinnerns“. Mittlerweile wird aber auch schon an den eigentlichen Denkmälern fleißig gearbeitet. Da wären zunächst die Sockelsteine aus Sandstein, die aus einem ehemaligen Flüchtlingsheim in Berlin stammen. Jedes Denkmal steht auf vieren dieser Steine, die alle individuell von den Teilnehmern des Projektes in mühsamer Handarbeit bearbeitet und in die gewünschte Form gebracht werden. Die Stämme aus deutscher Eiche, von denen jeweils zwei aus den Denkmälern emporragen sollen, werden mit Hilfe von Kettensägen bearbeitet und auch verziert. Das ist natürlich nicht ganz ungefährlich und bleibt den Teilnehmern vorbehalten, die im Umgang mit einer Kettensäge geübt sind. Etwas filigraner geht es da schon beim Schnitzen zu. In die Eichenstämme werden in vier verschiedenen Sprachen Texte von Otto Freundlich geschnitzt, die die Teilnehmer des Projektes zuvor gelesen, diskutiert und ausgesucht haben. Wer den Garten Freundlich besuchen und den Werdegang der Otto-Freundlich-Denkmäler mit verfolgen möchte, kann sich gern mit dem Verein „Steine ohne Grenzen“ in Verbindung setzen.




Bericht, Kamera, Schnitt: Jan Mader

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