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Datum: 14.11.2017
Rubrik: Gesellschaft

Vergangen, aber nicht vergessen

Mahnmal vor ehemaligem DDR-Durchgangsheim enthüllt


Vor wenigen Monaten übernahm die Polizei in Bad Freienwalde das Gebäude in der Gesundbrunnenstraße 1 als neues Revier.
Am vergangenen Donnerstag wurde vor dem Revier ein Mahnmal enthüllt.
Es soll an die Zeit von 1968 bis 1987 erinnern. Damals war das heutige Polizeirevier noch ein Durchgangsheim der DDR-Jugendhilfe.
Zur Enthüllung versammelten sich Interessierte, ehemalige Betroffene und Persönlichkeiten aus der Politik; unter anderem Heide Schinowksy und der Landrat Gernot Schmidt, die sich seit langer Zeit in dieser Angelegenheit engagieren. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke nahm an der feierlichen Enthüllung teil.



Heute wird von dem ehemaligen Heim oft als Kindergefängnis gesprochen.
Einer der Insassen war Roland Herrmann. Im Jahr 2012 gründete er mit anderen Heimkindern den Verein „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ e.V.
Vielen der 28 Mitglieder bietet der Verein eine Familie, die dabei hilft, das Geschehene zu verarbeiten.
In erster Linie hat der Verein sein Schaffen noch einer anderen Aufgabe gewidmet.



Das Mahnmal soll die Erinnerung an die Vergangenheit aufrechterhalten, bei der Rehabilitierung werden den Betroffenen aber – besonders seitens der
Justiz - immer noch Steine in den Weg gelegt.



2010 wurden damalige Insassen der Durchgangsheime in das Bundesrehabilitationsgesetz aufgenommen. In Brandenburg sind bisher jedoch alle entsprechenden Anträge abgelehnt worden.
Lutz Adler, selbst Betroffener, setzt sich bundesweit für die Interessen ehemaliger Heimkinder und deren Anerkennung vor Gericht ein.



Wer das Mahnmal betrachtet, sieht sich selbst hinter Gitterstäben.
Ein Bild, das zum Nachdenken anregt.
Für die Mitglieder des Vereins ist dieses Kapitel in der Geschichte aber erst abgeschlossen, wenn ihre Rehabilitierung anerkannt wird.



Bericht/Kamera/Schnitt: Wilhelm Zimmermann


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