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Datum: 11.01.2018

2017 brachte mehr Verkehrstote im Barnim

Verkehrsunfallkommission des Landkreises legt Resümee vor / Viele Senioren Unfallverursacher

Barnim (e.b.). Das Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer im Landkreis Barnim hat im vergangenen Jahr insgesamt 14 Todesopfer gefordert. Das sind zehn Menschen mehr als noch 2016. Allein sechs Verkehrsunfälle mit Todesfolge sind auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen. „Wir werten diese Unfälle ortsbezogen aus und versuchen so herauszufi nden, wo sich Unfälle häufen, worauf sie zurückzuführen sind und welche Maßnahmen als geeignet erscheinen, um Unfälle zu vermeiden“, erklärt Marcel Kerlikofsky, Leiter der Verkehrsunfallkommission.


Trotz dieser kontinuierlichen Arbeit ist auch die Zahl der schweren Verkehrsunfälle in 2017 gestiegen. Bei den Verletzten ist mit fast 14 Prozent der höchste Anstieg seit Jahren zu verzeichnen. Besonders auffällig sind dabei die schweren Baumunfälle, Radverkehrsunfälle und die Verkehrsunfälle mit Senioren (ab 65 Jahren).


Es gibt aber auch positive Nachrichten. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Gremium erneut wieder weniger Unfälle mit Kindern zwischen 0 und 14 Jahren. Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Barnim hat im Rahmen des Projektes „Mit Rücksicht für mehr Sicherheit“ sehr viele Schulwege und das direkte Umfeld an den Barnimer Schulen untersucht. An diesem Projekt haben bisher über 600 Schüler mitgewirkt und auf Problemstellen hingewiesen. Auch die Entwicklung bei den Motorradunfällen ist positiv zu bewerten. Die erfassten Unfallzahlen sind die niedrigsten seit Jahren. Auch die Schwere ist weiterhin rückläufig.


Die Verkehrsunfallkommission Barnim folgt bei ihrer Arbeit dem Leitbild der Vision Zero (Vision Null). Der Verkehrsraum soll dabei so gestalten werden, dass es keine Verkehrstoten mehr gibt und Unfallfolgen minimiert werden. Ganz konkret diskutieren die Mitglieder der Verkehrsunfallkommission derzeit wie Baumunfälle und die daraus resultierenden Unfallfolgen künftig besser vermieden werden können. „Eine generelle Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, so wie es der Landstraßenerlass für Alleestrecken vorgibt, soll es weiterhin nicht geben“, macht Kerlikofsky jedoch deutlich. Vielmehr setze man etwa auf Schutzplanken.


Generell sieht der Leiter Verkehrsunfallkommission beim Thema Radverkehr noch Handlungsbedarf: „Der Radverkehr nimmt beträchtlich zu. Die Verkehrssicherheit ist aufgrund der mangelhaften Infrastruktur jedoch nicht gewährleistet. Das wirkt sich besonders stark auf die schwächeren und unsicheren Radfahrer aus.“ Ohne entsprechende Maßnahmen befürchte Kerlikofsky daher weiterhin steigende Unfallzahlen. Als Schwerpunkte hat er in diesem Zusammenhang die Stadt Bernau und die Gemeinde Wandlitz ausgemacht.


Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit beteiligten Senioren stieg weiter an. In 58 Prozent der Fälle waren sie Hauptverursacher. Dieser Anteil ist im Vergleich zu den Vorjahren gleichbleibend. Die Unfallschwere hingegen nimmt weiterhin zu. „Im Jahr 2000 wurden auf den Straßen Brandenburgs 1.544 Verkehrsunfälle registriert, bei denen Personen beteiligt waren, die 65 Jahre und älter waren. Diese Zahl haben wir nun innerhalb eines Jahres allein im Landkreis Barnim erreicht. Deshalb sollten wir unsere Verkehrssicherheitsmaßnahmen stärker an den Bedürfnissen der schwächeren Verkehrsteilnehmer ausrichten“, so Marcel Kerlikofsky.

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