„Jugend forscht 2012“
18 Projekte überzeugen im Regionalentscheid in Neuenhagen - Wriezener Schüler präsentierten sich
Artikel vom: 16.03.2012
„Uns gefällt, was du im Kopf hast“ lautet nicht nur das Motto des diesjährigen Wettbewerbs „Jugend forscht/Schüler experimentieren 2012“. Mut machend schürt der Slogan seit Wochen und Monaten auch das Feuer der Ideen vieler hundert Schüler in ganz Ostbrandenburg und motivierte sie, innovative Projekte entwickeln und zu präsentieren. Von Bernau bis Cottbus waren sie angereist – 71 junge Forscher, die am 1. März 2012 im Neuenhagener Bürgerhaus ihre Experimente, Projekte und Ideen von einer Jury aus Pädagogen, Praxisexperten und Wissenschaftlern vorstellten und bewerten ließen. Von ihnen haben sich insgesamt 18 Projekte junger Brandenburger Forscherinnen und Forscher aus acht Ostbrandenburger Schulen für den Landeswettbewerb qualifi ziert. Die Themen und Ausgangsideen, die zu den kreativen und vielfältigen Schülerprojekten führten, sind so unterschiedlich, wie die Präsentationen selbst: Der Wriezener Schüler Paul Schultke leidet z.B. unter einer Sonnenallergie und erfand gemeinsam mit seiner Oma eine eigene Spezialcreme, weil er heraus fand, dass handelsübliche Sonnenmilch mehr als 30 Zutaten enthält und sagt stolz: „Meine Creme hat nur vier oder fünf“. Denise Müller und Lisa Würzburg aus der 9. Klasse des Rouanet-Gymnasium Beeskow wollten wissen, ob E 10 schädlich für Motoren ist oder nicht, legten Benzinschläuche für 14 Wochen darin ein und stellten fest: „Nach einer Woche quoll der Schlauch auf, zog sich nach drei Wochen wieder zusammen und wurde nach sechs Wochen wieder dick“, berichtete Lisa. Nebenbei fanden die Mädchen heraus, dass E 10 den Stromfl uss leitet. Der zehnjährige Frankfurter Schüler Marc Fabian Eger fand heraus, dass und warum Kerzen viel länger brennen, wenn viele Grünpfl anzen im Raum sind. Die Juroren waren von den kreativen und ausgefallenen aber auch zeitgemäßen Projektpräsentationen im Neuenhagener Bürgerhaus sehr angetan. Entsprechend fi el die Bewertung der Projekte aus den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik sowie Technik durchweg positiv aus. Alle angetretenen Jungforscher zeigten und bewiesen mit der Vielfalt ihrer Projekte, dass Forschen nicht nur spannend ist, sondern auch Spaß und Erfolg bringt. Einige von ihnen sind erst zehnjährig und präsentierten schon eifrig ihre Forschungsprojekte, wie z.B. der Viertklässler Wilhelm Hennig aus Frankfurt (Oder). Er machte sein Spielzeug zum Forschungsobjekt und ermittelte die Drehgeschwindigkeit seines Diabolos. Aber auch aktuelle Themen waren bei den Jungforschern Programm: So beschäftigten sich Pascal und Florian Berthold sowie Niklas Kroh vom Gauß- Gymnasium Frankfurt (Oder) mit einer kleinen Brennstoffzelle. Die Jury war überzeugt von den Forschungsergebnissen der drei Schüler und nominierte sie für den Landeswettbewerb Ende März in Schwarzheide. Zudem erhielten die drei Forscher den Sonderpreis des VBIW (Verein Brandenburgischer Ingenieure und Wirtschaftler e.V. im IHP Frankfurt/Oder). „Die Arbeiten verdeutlichen, dass in Ostbrandenburg viel Potenzial steckt. Damit muss uns um die Zukunft der Region nicht bange sein“, verkündete Gastgeber Jörg Wieczorke vom regionalen Energieunternehmen EWE bei der feierlichen Preisverleihung den größten Respekt gegenüber dem begabten Brandenburger Nachwuchs und brachte damit auch die Bewunderung aller Anwesenden und Beteiligten zum Ausdruck. Auch Brandenburgs Bildungsstaatssekretär Burkhard Jungkamp und Jürgen Henze, Bürgermeister der Gemeinde Neuenhagen bei Berlin, sprachen den Schülern bei der Preisverleihung ihre Hochachtung aus. Der Landtagsabgeordnete Michael Jungclaus (GRÜNE/B90) zeigte sich beeindruckt von den fundierten Forschungsergebnissen der Schülerinnen und Schüler: „Die Wettbewerbsergebnisse geben auch ein wichtiges Signal an die Landespolitik: Unser wichtigstes Potenzial steckt in den Köpfen der jungen Menschen. Ihnen die bestmöglichen Voraussetzungen für ihre Entfaltung zu bieten – in der Schule, in der Berufsausbildung und schließlich beim Berufseinstieg – das gehört nach wie vor zu den zentralen Aufgaben in der Landespolitik Brandenburgs.“ Dennoch gab es einen Wermutstropfen: Aus Märkisch-Oderland nahm – bis auf Wriezen – keine Schule teil, bedauerten nicht nur Bürgermeister Jürgen Henze und Landtagsabgeordneter Michael Jungclaus (B 90/ Grüne während der Auszeichnungsfeier. Darauf will Staatssekretär Burkhard Jungkamp einwirken und versprach, die Schulen zu kontaktieren und positiv zu beeinfl ussen. Auf die Frage, welchen Wunsch Jörg Wieczorke für zukünftige Wettbewerbe habe, antwortete er wohl auch aus diesem Grund: „dass noch viel mehr Schulen aus allen Landkreisen mit ihren Projektteams an den Start gehen.“ Das klingt so, als würde er hinzufügen wollen: Denn nicht nur „uns gefällt, was du im Kopf hast“!
Quelle:
Eberswalder Blitz















