Regionalwetter

 

Nachrichten

Datum: 27.10.2015
Rubrik:

Aktionswochenende

Kunstaktion im Paul-Wunderlich Haus

Eine nackte Frau im Grünen umgeben von bekleideten Männern - „Frühstück im Grünen“ - das Werk des französischen Malers Édouard Manet aus dem Jahr 1863. Dieses Werk sorgte in der damaligen Zeit für Aufruhr und stieß auf große Ablehnung. Ein gewagtes, geradezu unverschämtes Motiv. Viele Künstler nahmen sich später diesem Werk an und zeichneten Paraphrasen auf das Gemälde von Manet. Unter anderem der gebürtige Eberswalder Künstler Paul-Wunderlich. Dieses nahmen sich Studenten der Universität der Künste Berlin und Eberswalder Künstler zum Anlass und waren Teil einer Kunstaktion, die am Samstag im Paul-Wunderlich Haus stattfand. 20 Illustrationsstudenten aus Berlin und gut 15 malende Eberswalder paraphrasierten Manets Werk unter der Leitung des Grafikers und Illustrators Prof. Henning Wagenbreth. Die Meinungen über dieses Bild waren gemischt, genauso wie die Paraphrasen der teilnehmenden Künstler. Die Regeln waren eng gesetzt. Die Interpretationen der Teilnehmer fächerten sich in alle Richtungen. Einige verarbeiteten Erlebtes, wie die Studentin Faezeh Shakoori. Finster wirkt ihr Bild – nicht unbegründet. Farblicher wird es bei der Eberswalder Freizeitkünstlerin Nicole Will, die sich für eine etwas realistischere Interpretation entschieden hat. Nicht nur auf ihr eigenes Ergebnis ist sie gespannt. Auch die Sichtweise der anderen Künstler interessiert sie. Hervor sticht auch das Bild des Berliner Studenten Finnian Wittmann. Dass die Paraphrasen auf Manets Gemälde „Frühstück im Grünen“ entstehen, kommt dem Studenten recht, denn er findet Gefallen an dem Werk. So hat auch er seine eigenen Interpretation entwickelt, eine Mischung aus Romantik und Politik. Die gesamten Werke der Teilnehmer wurden nun zu einer Ausstellung im Paul-Wunderlich Haus zusammengetragen und können dort besichtigt werden. Mitorganisiert wurde die Kunstaktion am Wochenende vom Freundeskreis Paul Wunderlich-Stiftung.




Bericht/ Kamera/ Schnitt: Vivien Kawohl

Weitere Meldungen aus dieser Rubrik