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Datum: 24.03.2017
Rubrik: Gesellschaft

Grabungen auf der Zielgeraden

Archäologen haben die Arbeit in Eichwerder wieder aufgenommen

Eichwerder (ma). Autofahrer, die durch den Wriezener Ortsteil Eichwerder wollen, müssen sich weiterhin gedulden. Die Ortsdurchfahrt wird wohl noch eine Weile gesperrt bleiben. Die Arbeiten an der Straße können erst wieder aufgenommen werden, wenn die Archäologen das Feld geräumt haben. Derzeit bergen sie dort immer noch Spuren eiszeitlicher Besiedelungen. Sie nähern sich allerdings schon deutlich dem Ende des Grabungsfeldes. Etwa 50 Meter der geplanten neuen Straße sind noch zu untersuchen, aber die Funde werden weniger. Mehr als 30.000 Stücke wurden bisher erfasst, darunter elf Öfen, die auf die späte Eiszeit datiert werden. Öfen in denen Salz gekocht wurde und Keramik-Öfen, Öfen in denen Holzkohlereste gefunden wurden und die eine große Hitze entwickelt haben müssen, so dass die umgebenden Steine geplatzt sind. Reste von Eisenschlacke haben die Archäologen auch gefunden. Die Salzproduktion war wohl in der Gegend nicht erwartet worden und somit der spektakulärste Fund, neben einem Kindergrab, das bereits im letzten Jahr zutage befördert wurde, weiß die Grabungsleiterin Blandine Wittkopp. Aufgrund des frostfreien Wetters konnte ihr Archäologen- Team die Arbeit auf dem Grabungsfeld in Eichwerder wieder aufnehmen. „Wir haben den Bodenabtrag nur so tief vorangetrieben, wie es archäologisch sinnvoll war“, sagt Blandine Wittkopp. Einen knappen Meter unter der Straße sind ihre Kollegen noch am Werk. Jetzt wo die Funde spärlicher werden und die Kuppe einer ehemaligen Insel überwunden wurde, müssen sie nur noch tiefer graben, wenn es neue Anzeichen für Fundstücke gibt. Eine Handvoll Mitarbeiter sind noch auf dem Grabungsfeld zu fi nden. Unter ihnen auch die Studentin Sophie Heisig. An der FU Berlin studiert sie Archäologie. In Eichwerder verdient sie sich nicht nur etwas dazu, sie sammelt auch praktische Erfahrungen für ihren späteren Beruf. Vielleicht fi nden sich ihre Erfahrungen auch in einer Studienarbeit wieder. Anfragen für entsprechende Abschlussarbeiten hat Archäologin Blandine Wittkopp bereits erhalten.

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