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Datum: 19.10.2017
Rubrik: Vereinsleben

Die guten Geister von Oderberg

Wie man sich mit „guter Grütze“ für seine Stadt engagieren kann

Oderberg (e.b.). Da gibt es die alte Sage vom Oderberger Drak. Das war eine Art guter Geist, der bei manchen Leuten im Keller hauste. Die Frauen fütterten ihn mit Grütze. Er dankte es, indem er dafür sorgte, dass es ihnen immer gut ging und ihnen alles gelang. Der Drak konnte auch in ein anderes Haus mitgenommen werden. Wenn etwa eine junge Frau heiratete und im Hause der Familie ihres Liebsten Einzug hielt. Dann fuhr der Drak zum Schornstein hinaus und sauste mit einem Krach zum anderen wieder hinein. Es war aber ein spezieller Zauberspruch nötig. Kennt man ihn heute noch? Gibt es ihn noch, den Oderberger Drak, den guten Geist?



„Oberfl ächlich gesehen, wenn man sich hier so manche verfallene Fassaden anschaut, möge man meinen, die Stadt sei ‚von allen guten Geister verlassen‘. Doch dem ist nicht so“, meint die Bildhauerin Johanna Martin aus Oderberg. Sie hat sich vor einem Jahr in der Stadt angesiedelt und sofort gespürt, dass sie hier bleiben wird. Im Augenblick baut sie ihr Atelier in der Angermünder Straße aus. Die Stadt habe eine Menge Initiativen, die sich für den Ort engagieren würden. Einen Sportverein, die Feuerwehr, den Museumsverein, den Verein „Kulturlinien“ und nicht zuletzt den Verein „Perspektive Oderberg“. Auch ein Spielplatz, eine Schule, ein Kindergarten und ein paar Einkaufsmöglichkeiten hat der Ort zu bieten. Darum wünschen sich die Oderberger den Zuzug von jungen Familien, weiß Martin zu berichten.



Selbst in Liedern werde die kleine Stadt am Südhang besungen. Die Gesangsgruppe „Die Findlinge“ präsentieren mittelalterliche Musik sowie eigene Kompositionen und sei dabei, ein ganz eigenes musikalisches Oderberg- Programm auf die Beine zu stellen. Die Lieder handeln von der Nähe zwischen Stadt und Natur, die sich hier am Ort ganz besonders zeige. Jahrhundertalte Wege führen auf die Höhen und so seien hier „selbst die Toten dem Himmel ein Stück näher“, meint Martin.



„Als ich hierher kam, spürte ich sofort den besonderen Geist des Ortes, eine Art Magie“, sagt Ira Drahen, die mit ihrer Familie ein Haus in der Berliner Straße erworben hat. Es scheint, hier fi nden sich Menschen ein, die gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollen. Die Mitglieder der „Perspektive Oderberg“ treffen sich dazu jeden Freitag von 16 Uhr bis 18 Uhr im „Oderberger Fenster“ in der Angermünder Straße 64. Der „Kulturlinien“- Verein, vielen noch bekannt als „Uckermärkischer Mythengarten“, trifft sich zur Organisation von Ausstellungen, Konzerten und vielem mehr in der Angermünder Straße 4. Wann genau ist über die Kontaktdaten auf www. kulturlinien.de zu erfahren. Doch nicht nur kulturell bewegt sich etwas in der Stadt, die erst kürzlich durch die Eröffnhung einer neuen Ausstellung im Binnenschifffahrtsmuseum auf sich aufmerksam gemacht hat. Vor wenigen Tagen konnte sie im Raddampfer „Riesa“ eröffnet werden, der majestätisch in Oderberg vor Ort liegt.



So wird zum Beispiel in der Einkaufsquelle von Monika Springer gleich neben dem Glasladen am Markt eine Änderungsschneiderin gesucht, die dort zweimal in der Woche ihre Dienstleistung anbietet. Ist sie gefunden, wird sie „vielleicht in eines der maroden Häuser ziehen, das sich eine liebevolle Hand und vielleicht sogar zankende Kinder auf seiner Treppe wünscht, vielleicht sitzt im Keller ja noch der alte Drak, wenn er nicht zur Esse hinaus geflogen ist.



Also zeigen Sie Ihren Kindern, wie man gute Grütze kocht, damit es hier nachhaltig bergauf geht“, so Johanna Martin abschließend. Sie hält noch einen ganzen Oderberger Sagenschatz im Netz bereit, um noch mehr Menschen für ihre Stadt zu begeistern, ob als Touristen oder als Neu- Oderberger, so wie sie selbst einer ist: www.oderberg.info/ sagen/oderberg.php.

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