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Datum: 16.11.2017
Rubrik: Vereinsleben

„Moor Inn“ in Bad Merkelwalde

Bad Freienwalder Narren enterten das Rathaus der Stadt und läuteten damit die fünfte Jahreszeit ein / Buntes Programm lockte viele Zuschauer an

Bad Freienwalde (ma). Wer glaubt, dass die Preußen keinen Karneval feiern können, der war noch nicht in Bad Freienwalde. Auch in der Kurstadt hat am vergangenen Samstag, pünktlich um 11.11 Uhr, die fünfte Jahreszeit begonnen. Mit einem Umzug durch die Königstraße näherten sich die Jecken der Freienwalder- Karnevals-Gesellschaft (FKG) dem Rathaus. Lautstark begleitet vom Hennickendorfer Blasorchester und dem Handwerkermännerchor auf einem Festwagen. Vor und nach der Schlüsselübergabe durch Ralf Lehmann, den Bürgermeister der Stadt, zeigten die Mitglieder der FKG Kostproben aus ihrem diesjährigen Programm. Das Motto der 45. Session: „Jahrein, jahraus – der Karneval ist ein Irrenhaus“, verkündetet Mario Licks, der Präsident der FKG, von der Rathaustreppe. Der Marktplatz hatte sich zu diesem Zeitpunkt mit Zuschauern gut gefüllt. Zwischen den vielen Freienwaldern begrüßte Licks auch Vertreter des Falkenberger und des Wriezener Carnevals Clubs. Auch in anderen Gemeinden des Altkreises Freienwalde mussten die Bürgermeister oder Gemeindevertreter, am vergangenen Samstag, die Schlüssel herausrücken und den Narren Platz machen. In Bad Freienwalde ließ es sich Ralf Lehmann nicht nehmen, bevor er den Schlüssel heraus gab, den Narren einige Hausaufgaben mitzugeben. „Ein Käfi g voller Narren, soll ab heute über die Geschicke der Kurstadt wachen und die Balken im Rathaus sollen sich biegen vor Lachen“, leitete er die Wünsche während seiner Abwesenheit ein. Ein „Moor Inn Hotel“ in Bad Freienwalde steht auf seinem Sechs-Punkte-Plan ganz oben. „Bad Freienwalde- Berlin-Paris-Rom-Madrid, in dieser Zugverbindung fährt halb Deutschland mit“, ist sein Wunsch zur Belebung des Bahnhofs. Das Kurtheater solle auf das Niveau eines Gastspielhauses mit angeschlossenem Casino gehoben werden und Ölscheichs und Oligarchen anlocken. „Mit diesem zahlungskräftigen Publikum gestalten wir die Kernstadt und alle Ortsteile um“, lautete Punkt vier. Ein Hotel am Ratsgarten und eine riesige Einkaufsmeile am sogenannten grünen Ring müssten her. Unter Punkt Fünf wünscht sich Lehmann die Patenschaft der Kanzlerin. Dafür solle die Stadt in Bad Merkelwalde umbenannt werden. „Wenn dafür die Millionen fl ießen, bringe ich das gern als Vorschlag ins Stadtparlament ein“, so der Bürgermeister und Ehrenminister unter dem Beifall der Zuschauer. Mit der Inanspruchnahme des Vorkaufrechts für jedes zweite Haus sollen jede Menge Cafés und Restaurants geschaffen werden, lautete seine letzte Forderung an die Narren. „Finanziert werden die Projekte durch Parkeinnahmen, die wir durch Schaffung von stadtweiten Tiefgaragen haben.“ Mit den Worten: „So liebe Jecken, nun müsst ihr euch ganz schön nach der Decke strecken, um etwas aus diesem Plan zum Leben zu erwecken“, übergab Lehmann den Schlüssel an Mario Licks.

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