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Datum: 23.11.2017
Rubrik: Gesellschaft

Verpflichtung und Vergebung

Politik und Gesellschaft in der Pflicht, den Frieden zu erhalten, aber auch zu vergeben

Strausberg (sd). Dass es am Volkstrauertag nicht nur um Gedenken, sondern auch um Mahnung und Verpflichtung geht, wurde bei der Veranstaltung am Denkmal der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs deutlich. Pfarrer Tilmann Kuhn erinnerte auch an Vergebung.
Wieder sei ein Jahr vergangen, doch die Botschaft des Volkstrauertages angesichts täglicher Nachrichten noch immer aktuell. Seit 1952 findet der Gedenktag für die Opfer von Krieg und Gewalt statt. „Zu einer ernsten Trauer, recht tief, fest und feierlich, auch ohne Reden rief die Cellesche Zeitung schon 1926 auf“, wie der Standortälteste Uwe Nerger erinnerte. Für den Brigardegeneral ist der Gedenktag gleichzeitig Appell und Verpflichtung an die Politik, aber auch die Gesellschaft. Es gehe um Aufklärung, die Bewahrung der Erinnerung an die Gräuel zweier Weltkriege, deren Gesamtopferzahl ganz Deutschland entvölkern würde. „Aktueller denn je wären andere Nationen dankbar, an ein Ende des Krieges erinnern zu können, doch ob durch Bürgerkrieg oder Terror kommen die Menschen nicht zu Ruhe“, so Brigardegeneral Uwe Nerger.
Männer, Frauen, Kinder, ja ganze Völker würden Opfer von Hass und Gewalt, wie zwei Schüler des Theodor-Fontane-Gymnasiums erinnerten. Leben sei ein Zeichen der Hoffnung und heutige Generationen trügen die Verantwortung für die Wahrung des Friedens, der eines Tages hoffentlich überall auf der Welt herrsche.
„Wir leben in einer lebendigen Demokratie und jede und jeder hofft und wirkt, dass es so bleibt“, leitete Pfarrer Tilmann Kuhn seine Predigt ein. Die Grenze zwischen Opfern und Tätern sei beweglich, eine große Grauzone dazwischen und kein Mensch komme als Täter zur Welt, führte Strausbergs Pfarrer aus. Daher müsse auch Vergebung eine Rolle spielen. Es müsse sowohl den Generationen der Kriegsjahre vergeben werden, als auch den folgenden und kommenden.
Neben Vertretern der Bundeswehrstandorte Strausberg, der Stadtverwaltung und Stadtverordneten waren auch einige Bürgerinnen und Bürger der Stadt bei der Gedenkveranstaltung zugegen. Mit einer Ehrenwache und einer Bläsergruppe der Kreismusikschule Märkisch-Oderland wurde der Rahmen des Gedenkens gestaltet. Zahlreiche Leute nutzten den Tag zudem, um mit Blumen, Kerzen und Fotos auch an Familienangehörige zu erinnern, deren Namen auf den Mahnmalen zu finden sind.


BU: In einer Schweigeminute gedachten Bürgermeisterin Elke Stadeler (Mitte), Brigardegeneral Nerger (Mitte, schwarzes Barett) und Gäste der Opfer von Krieg und Gewalt.    Foto: BAB/sd

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