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Datum: 25.01.2018
Rubrik: Gesellschaft

Wichtiger Schritt zur barrierefreien Stadt

Stadtbibliothek vereinbart Kooperation mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde

Eberswalde (h.s.). Erich Kästner sagte mal: Wer nicht hören will, muss lesen. Was aber, wenn dies im Alter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist? Dass diese Frage nicht unbegründet ist, zeigen aktuelle Zahlen. So waren in Deutschland im Jahr 2016 mehr als vier Millionen Menschen an der altersbedingten Makuladegeneration erkrankt. Dabei handelt es sich um den fortschreitenden Verlust der Sehkraft im Alter. Beobachtet man den Umgang junger Menschen mit digitalten Medien, betrachtet man die Arbeitsbedigungen vieler Arbeitnehmer an Bidlschirmarbeitsplätzen kann man sich gut ausmalen, wie diese Erkrankung zukünftig das Bild der Gesellschaft bestimmen wird, so René Hoffmann, Inhaber und Geschäftsführer der Hoffmann & Brillen GmbH. Um Menschen mit Sehbehinderung auch zukünftig den Zugang zur Literatur zu ermöglichen, schloss die Stadtbibliothek Eberswalde am vergangen Montag im Beisein von Bürgermeister Friedhelm Boginski eine Koperationsvereinbarung mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB). Mit diesem Schritt, so Sabine Bolte, Leiterin der Eberswalder Stadtbibliothek erhalten Nutzer mit Sehbehinderung unter anderem Zugang zu über 40.000 Hörbüchern, die über Fernleihe bei der DZB bestellt werden können. Dabei kann der Nutzer entscheiden, ob diese Hörbücher direkt nach Hause oder in die Stadtbibliothek geliefert werden. Aber auch 16.000 Braillebücher und über 6.200 Notenwerke und viele weitere bedarfsgerechte Produkte gehören zum Bestand der Leipziger Spezialbücherei. Die Eberswalder Stadtbiblothek übernimmt eine Lotsenfunktion, erledigt auf Wunsch die Anmeldung der sehbehinderten Nutzer bei der DZB und steht bei Fragen beratend zur Seite. Diesen Mehraufwand nehmen die Mitarbeiter der Stadtbibliothek gerne in Kauf, unterstrich Bolte. Und sie wollen sogar einen Schritt weitergehen und mit Augenärzten kooperieren. Die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen, die von dieser Erkrankung betroffen sind, sich zurückziehen - sei es aus Scham, sei es aus Unwissenheit. Sie mit den Möglichkeiten der Bibliothek vertraut zu machen, sehen Boginski und Bolte als eine wesentliche Aufgabe im Rahmen der barrierefreien Stadt. Eberswalde ist eine von 65 Kommunen, die mittlerweile mit der DZB kooperieren. Gerade diese Kooperationen sind eine große Chance nicht nur von Inklusion zu reden, sondern diese auch zu leben, unterstrich Caroline Schürer von der EZB.

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