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Datum: 23.02.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

Über die Wahrnehmung der Welt

Grenzland-Fotografen zeigen ihre Werke in umfunktionierten Trafohäuschen und einer alten Waage

Regenmantel (ma). Ein lustiger Ortsname und die „kleinsten Galerien der Welt“ lassen schon mal aufhorchen. Der Journalist und Galerist Michael Pommerening hat in den Orten Regenmantel und Reitwein zwei alte Trafohäuschen und in Dolgelin eine alte Waage vor dem Verfall bewahrt und aus ihnen kleine Galerien gemacht. In Regenmantel fand am vergangenen Samstag die Vernissage zur 43. Ausstellung statt, vor dem „Trafo 1“, dessen Innenraum gerade einmal 1,80 mal 1,80 Meter misst. Da in der Galerie kein Platz ist, um ausgiebig zu feiern, fi nden die Ausstellungseröffnungen vor dem Gebäude statt. Für einen Wintertag im Februar fanden sich erstaunlich viele Gäste am Lagerfeuer ein. Die aktuelle Ausstellung zeigt Menschen-Fotografi en der in Bad Freienwalde gegründeten Künstlergruppe „Grenzlandfotografen“. „Die Geschichte der Fotografi e ist lang. Sie begann nicht erst mit einer berühmten Fotografi e von Joseph Nicéphore Niépce 1826/1827. Die Belichtungszeit dauerte mehrere Stunden und noch heute ist diese Fotografi e erhalten. Sie begann schon viel früher, mit der Camera obscura“, führte Michael Pommerening ein. Dann zieht er den Vergleich zur heute permanent verfügbaren Handykamera: „Heute hat die Fotografi e die Massen erreicht, Selfi ewahn und Fotos von Schnitzel oder Schmollmund gehen digital um die Welt, aber eigentlich interessiert der spannenden Vorgang, wie Licht und Chemie Bilder erzeugen, kaum noch jemanden.“ Dabei hätte die Fotografi e mehr als jedes andere Bildmittel die Wahrnehmung der Welt geprägt und das Verhältnis zur Wirklichkeit verändert. „Sieben Fotografen haben sich im Grenzland der Oder gefunden, um ihren Blick auf die Welt, ihre eingefrorenen Augenblicke des Lebens uns näher zu bringen. Ob verlassene Orte im Oderland, Hausbesetzer in Berlin, Menschen auf dem Dorf - Menschen in ihrer verletzlichen Nacktheit, dies alles sind sie eben, die anderen Blickwinkel auf unsere Umwelt, unsere Nachbarn, die Welt da draußen“, so Pommerening. Die Bilder der Fotografen Michael Anker, Christina Bohin, Malte P. Codenys, Jörg Engelhardt, Jörg Hannemann, Andreas Klug, Tosten Zentner und Falk Wieland sind noch bis Ende März an den drei Orten zu sehen. Die Minigalerien liegen etwa 20 Kilometer auseinander und lassen sich bequem an einem Nachmittag abfahren. Mehr Informationen unter www.kunstregen.eu.

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