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Datum: 23.02.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

Der tote Ingenieur gibt so manche Rätsel auf

Norman Ohler präsentiert Oderbruch-Krimi im Filmtheater Bad Freienwalde

Bad Freienwalde (ma). Die Nervosität war Mathias Raupach, dem Chef des Filmtheaters Bad Freienwalde anzumerken. Der Vorverkauf verlief eher verhalten, doch nun standen die Gäste an der Abendkasse Schlange. Der Grund für diesen Aufl auf: Eine Lesung mit dem Schriftsteller Norman Ohler. Er hatte einen Oderbruch-Krimi geschrieben und las am Freitag letzter Woche daraus vor. Der Roman „Die Gleichung des Lebens“ spielt im Oderbruch vor der Trockenlegung. In einer Zeit, als große Teile des Bruchs noch einer Sumpflandschaft glichen. Friedrich der Große schickte Ingenieure in die Flusslandschaft, um fruchtbares Land zu gewinnen und die Dörfer vor den jährlichen Überschwemmungen zu schützen. Wie bis in die Neuzeit zu beobachten, wollen nicht immer alle Anwohner diese Segnungen sofort erkennen und wehren sich. Als ein Ingenieur des Königs tot im Sumpf gefunden wird, bricht Misstrauen zwischen Befürwortern und Gegnern des Deichbaus aus. Norman Ohler las aus dem Kapitel der Gespräche zwischen den Bewohnern, die sich im Gasthaus „Zum Feuchten Willi“ treffen. Der Name des Gasthauses sei aber eine Erfi ndung aus den 1970er Jahren, erklärt Reinhard Schmook, der Leiter des Oderlandmuseums, schmunzelnd. Zumal in der Zeit, in der der Roman spielt, im Oderbruch kaum jemand deutsch sprach. Zu jener Zeit, bewohnten die Wenden die Region. Schmook war es auch, der dem Autor half seine Geschichte historisch einzuordnen. Norman Ohler hatte sich von den Örtlichkeiten und der Historie anregen lassen und sie mit fi ktiven Handlungen zur einem Oderbruch-Krimi verwoben. Hilfe holte er sich auch bei Begegnungen mit den Bewohnern der Oderbruch-Dörfer rund um Neulietzegöricke, wo er einen Teil des Romans schrieb. Der Bad Freienwalder Detlef Malchow stellte ihm zudem sein Privatarchiv zur Verfügung. Die Malchows leben seit mehreren Jahrhunderten in der Region. Detlef Malchows Bruder Helge, Geschäftsführer des Kölner Verlages Kiepenheuer & Witsch, in dem das Buch erschienen ist, moderierte die Lesung im Filmtheater. „Mir ist kein Roman bekannt, in dem die Stadt eine tragende Rolle spielt. Der Zusammenhang von Bad Freienwalde und Literatur ist eher luftig“, erheitert er das zahlreiche Publikum. Norman Ohler bekennt am Ende der Lesung, dass er sich schon auf eine Art in diesen Landstrich verliebt hätte und hofft wieder öfter dorthin zu kommen. Helge Malchow ist sich sicher, dass dieses Buch, zumindest in der Region, einen langen Bestand haben wird. In der Pause und nach der Lesung nutzten die Besucher die Gelegenheit zum Gespräch mit dem Autor und dazu, sich das Buch signieren zu lassen.

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