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Datum: 12.04.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

Aus Freundschaft wird Feindschaft

Theater Hoffnungsland feiert mit „Das Wind-Ei“ Premiere

Falkenberg (ma). Hoffnungsland probte in den Räumen der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Falkenberg an seinem elften Stück. Seit zehn Jahren sind sie unterwegs, die zehn Leute, die das kleine Theater gründeten. Inzwischen ist das Ensemble auf elf angewachsen und kann auch fünf Männer vorweisen. Jedes Jahr tritt die Gruppe mit einem neuen Stück an. Allen ist gemeinsam, dass sie die menschlichen Tugenden aufs Korn nehmen und intelligent in Szene setzen. Text, Kostüme und Bühnenbild liegen in der Hand von Waltraut Fischer. Sie hat auch die neue Inszenierung für das Laientheater nach Vorgaben von Leo Tolstoi geschrieben. Der hatte die Geschichte von einem alten Wandersänger erfahren und in seiner Biografie verewigt. Waltraut Fischer, die Tolstoi sehr verehrt, fand das Thema spannend genug, um es in einem Stück zu verarbeiten.


Die Geschichte aus dem alten Russland erzählt, wie eine Freundschaft zerbricht und zur Feindschaft wird. Durch das falsche Urteil eines Richters kommt das halbe Dorf zu Schaden. Irina, die Tochter von Wanja, glaubt eines ihrer Hühner ist in den Nachbargarten gefl ogen und hätte dort ein Ei gelegt. Sie geht hinüber, um es zu suchen. Um das Wind-Ei entbrennt ein handfester Streit zwischen den einst befreundeten Nachbarn. Am Schluss steht das halbe Dorf in Flammen. Die Häuser, das Korn in den Speichern selbst die Hühner auf den Stangen verbrennen. Kusma hatte ein brennendes Strohbündel unters Dach geschoben aber Wanja hätte es noch herausziehen können. Gibt es einen Schuldigen? Die alte Mutter weiß Rat. Das Unglück schweißt die Gemeinschaft wieder zusammen. Gewürzt mit allerlei Weisheiten und Sinnsprüchen wie, „Enten legen ihre Eier in aller Stille. Hühner gackern dabei wie verrückt. Was ist die Folge? Alle Welt isst Hühnereier“, wird die einstündige Aufführung trotz des ernsten Hintergrunds unterhaltsam.


Premiere feiert „Das Wind-Ei“ am 21. April 2018, um 16 Uhr im Schloss Neuenhagen. Dann folgt eine Aufführung am 5. Mai in der Kirche von Hohensaaten und am 27. Mai in der von Schiffmühle. Mehr als zehn Auftritte in diesem Jahr hat sich das Ensemble vorgenommen, bevor das Stück am 26. Oktober in Wriezen zum letzten Mal gespielt wird. Das kleine Wandertheater tritt immer unentgeltlich auf. Erhaltene Spenden kommen gemeinnützigen Zwecken zugute.

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