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Datum: 12.04.2018
Rubrik: Gesellschaft

Aktiv für die Kurstadt

Regionalladen für Next Organic Startup Award 2018 nominiert

Bad Freienwalde (ma). Es wird viel gemeckert in der Kurstadt und diejenigen, die am lautesten sind, tun in der Regel eher wenig für Bad Freienwalde. Ganz anders Susan Mücke und ihr Mann Martin Podoll. Sie meckern nicht, sie sind seit Jahren aktiv. Susan Mücke betreibt im Kurviertel das Café „Blaue Zwiebel“ und seit Sommer letzten Jahres gemeinsam mit Andrea Kolb, Ulf Spremberg und Piero Görner den Regionalwarenladen „Bruchware“ in der Königstraße.


„Bruchware“ ein Wortspiel aus Oderbruch und Regionalwaren sagt eigentlich schon alles über das Konzept. Der Laden ist nicht nur ein aktiver Beitrag, um dem Leerstand in der Königstraße etwas entgegen zusetzten, sondern auch dazu, die Eintönigkeit der Discounter beziehungsweise der von Filialen großer Ketten zu durchbrechen. Angeboten werden ausschließlich regionale Produkte, vom Biogemüse bis zu alkoholischen Spezialitäten kleiner Produzenten von Hohenwutzen bis Frankfurt (Oder). Besucht man das Café des Ladens wird schnell klar, dass das Konzept aufgeht: Ständig geben sich Kunden die Klinke in die Hand. Mitte März war das Fernsehen vor Ort und kurze Zeit später flatterte die Nominierung für den Next Organic Startup Award 2018 ins Haus. Dabei mussten die Inhaber noch nicht einmal selbst aktiv werden. Die Initiatoren des wichtigsten Wettbewerbs für nachhaltige Food-Startups in Deutschland und Europa sind bei ihrer Recherche von allein auf die „Bruchware“ gestoßen, erzählt Martin Podoll bei einem Vorort- Termin. Mit dem Preis werden seit 2014 nachhaltige Gründer der Lebensmittelbranche ausgezeichnet. Ziel ist es, der neuen nachhaltigen Food-Bewegung eine größere Plattform und damit mehr Öffentlichkeit zu geben. Ein Signal, welches im Falle einer Auszeichnung weit über die Kurstadt hinausstrahlen wird. „Schon nach der Ausstrahlung des Fernsehbeitrags gab es einen regelrechten Ansturm. So viele Berliner haben wir hier noch nicht gesehen“, freut sich Martin Podoll.


Der Lehrer und Vater von vier Kindern ist Stadtverordneter für „Kurstadt für alle“, einer kleinen Gruppe von Bad Freienwaldern, die regelmäßig mit Aktionen auf sich aufmerksam macht. Hauptinteresse der Aktivisten sei es, einen Anschub dafür zu geben, dass sich die Gemeinde positiv entwickelt. „Freienwalde hat unheimlich viel Potential als Ort. Weil er begnadet ist mit seiner Lage und Architektur. Es müssen aber auch die Menschen da sein, die die Dinge in die Hand nehmen“, ist sich Podoll sicher. Die Freiwilligentage seien zum Beispiel ein Ansatz, um das Bewusstsein zu schaffen: Ich habe selbst die Verantwortung, etwas für meine Gemeinde zu tun. Und sich nicht nur zurückzulehnen und mit dem Finger auf Sachen zu zeigen die einem nicht gefallen.


„Wenn uns etwas nicht gefällt, versuchen wir das zu ändern. Wir sammeln Müll ein, pflanzen Blumen oder haben die alte Rodelbahn wieder freigeschnitten“, so Podoll. Auch größere Brötchen wurden schon gebacken, als sie einen Investor für das Schloss- Café präsentierten und darüber mit dem Landrat verhandelten. Die Zusammenarbeit der Stadtverordneten schätzt Podoll als zunehmend positiv und pragmatisch ein.

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