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Datum: 14.05.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

Jazz in E.

„Break“

Obwohl inzwischen selbst zur Tradition geworden, stand das Motto der inzwischen 24. Ausgabe des internationalen Eberswalder Festivals „Jazz in e.“ ganz klar für einen Bruch mit tradierten und überholten Vorstellungen von Musik. „BREAK“, also „Bruch“ oder auch „Pause“ prangte es, orange umrandet, über dem Foyer des Paul-Wunderlich-Hauses.


Spricht man über Jazz denken viele unwillkürlich an verrauchte New Yorker Bars oder ekstatisch dargebrachte Saxophon-Solos auf den Bühnen winziger Clubs. Dass dies nur eine Seite einer sehr komplexen Medaille ist, bewies schon die erste Band des diesjährigen Festivals. Das Duo PRANKE ließ es zur Eröffnung, bei vollem Saal, mit groovigen Rock-Gitarren und rhythmischen „Kopfnicker-Kompositionen“ ordentlich krachen. Die deutsch-isländische Band kann man in keine Schublade stecken. Sie spielt einen verträumt empfindsamen Mix aus psychedelischem Postrock und popigem Avantgarde-Jazz, wechselt jedoch in jedem Song immer wieder die Richtung. BREAK eben. Das ließen sich auch Bürgermeister Friedhelm Boginski, Sparkassenvorstand Uwe Riediger und Landrat Bodo Ihrke nicht entgehen. Nach der Eröffnungsansprache durch Festivalleiter Udo Muszynski resümierten sie über die Geschichte des Festivals, welches zum 11. Mal im Paul-Wunderlich-Haus stattfand und gaben somit den sprichwörtlichen Startschuss für das diesjährige „Jazz in E.“ . Im zweiten Teil der Veranstaltung, ging der New Yorker Schlagzeuger Jim Black mit seiner aktuellen Band MALAMUTE auf die Bühne. Mit dem bärtigen Saxophonisten passte die Gruppierung, zumindest optisch, eher in das gängige Bild einer Jazz-Combo. Musikalisch macht sie allerdings einen weiten Bogen um jedes Klischee. Ihre Musik erinnert ein wenig an Filmsoundtracks. Manchmal laut, manchmal leise fließen die mitunter improvisiert wirkenden Klang-Collagen von der Bühne. Auch das ist BREAK.


Von den bescheidenen Anfängen des Festivals in Hinterhöfen und Garagen ist nichts mehr zu spüren. Als kulturelles Ereignis ist es aus Eberswalde nicht mehr wegzudenken. „Jazz in E.“ endete am vergangenen Wochenende. Doch Udo Muszynski und sein Team arbeiten bereits am Festival-Programm für 2019. Freunde experimenteller Musik dürfen also gespannt sein, was sich die kreativen Köpfe für das 25. Jubiläum einfallen lassen.






Bericht/Kamera/Schnitt: Florian Beyer

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