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Datum: 28.06.2018

Das Zusammenwirken städtebaulicher Missstände

Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen zum Sanierungsgebiet in Bad Freienwalde vorgestellt

Bad Freienwalde (ma). Wieder einmal überdeckte das heikle Thema Brücke eine Bürgerversammlung in Bad Freienwalde. Obwohl der Abriss der sogenannten Stadtbrücke beschlossene Sache ist, beharren Abrissgegner weiter auf ihrem Standpunkt und machten dies auf einer Bürgerversammlung in der letzten Woche deutlich und die Diskussion schwierig. Die Brücke sollte an diesem Abend eigentlich nicht mehr zur Debatte stehen, vielmehr die Umgestaltung des gesamten Areals aus städtebaulicher Sicht. Der Architekt und Stadtplaner Professor Heinz Nagler stellte seinen Bericht über die vorbereitenden Untersuchungen und die städtebauliche Strategieentwicklung der Kurstadt vor. Es ging um die geplante Erweiterung des Sanierungsgebiets und damit um die erforderliche verkehrliche und städtebauliche Neuplanung. Der Untersuchungsbereich seines Architektenbüros umfasst Bereiche um die Berliner Straße, den Schlossgarten bis zum Alexandrinenbad und den Albert-Schweitzer-Platz mit angrenzender Bebauung. Teil der Untersuchung war die Ermittlung sogenannter Substanz- und Funktionsmängel. Das „Zusammenwirken städtebaulicher Missstände“, nannte Nagler seinen Befund. So schränke die Hochstraße im Bereich der Mü hlengasse die Belichtung der dortigen Erdgeschosszonen empfi ndlich ein. Durch sie sei das Stadtbild unverhältnismäßig stark beeinträchtigt. Die Auffahrtrampe zerstöre die gewachsene Stadttopografi e. Zur Lösung der Konfl ikte schlug er die Schaffung einer ebenerdigen, ortsgerechten und barrierearmen Ost-West- Verbindung vor. Damit sollten die Herstellung und Ergänzung des städtischen Wegenetzes und die Quartiersverbindungen einhergehen. Historische Bezü ge und Wegeverbindungen sollen im Stadtgefü ge wieder aktiviert werden. Der Fachmann listete ortsbilduntypische Gebäude auf, die einer kurklimagerechten Stadt nicht gerecht würden. Mängel sah der Stadtplaner in der Nutzung von bebauten und unbebauten Flächen, zum Beispiel entlang des Mühlenfl ießes. Im Bereich der Schiffmü hler Straße und des Albert-Schweitzer- Platzes sollen, unter Nutzung der bestehenden Flächen, die öffentlichen Räume klarer defi niert werden. Ein neu geordneter Bereich um den Albert- Schweitzer-Platz könnte das Bindeglied zwischen südlicher Stadterweiterung der Wriezener Straße, dem Kurviertel, dem Wohngebiet Am Scheunenberg und dem Altstadtbereich im Norden sein. Das Mü hlenfl ieß könnte ein erlebbares und verknüpfendes Element zwischen Altstadt und Kurviertel werden und im Bereich des Albert- Schweitzer-Platzes in eine Wasserlandschaft münden, so die Idee des Architekten. Interessierte können den Bericht zur Voruntersuchung demnächst auf der Internetseite der Stadt nachlesen. Zudem können Bürger ihre Bedenken im weiteren Beteiligungsverfahren einbringen, erklärte Bauamtsleiter Rainer Texdorf auf der Veranstaltung.

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