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Datum: 06.07.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

Industrie gegen Tradition

Jahresausstellung im Oderbruch Museum Altranft wurde kürzlich eröffnet

Altranft (ma). Nach den Themen Handwerk 2016 und Wasser 2017 wird in diesem Jahr die Landwirtschaft im Oderbruch durch das Oderbruch Museum Altranft beleuchtet. Die Eröffnung der Jahresausstellung wurde am vergangenen Sonntag gefeiert.


Kaum ein Thema ist derzeit so umstritten wie die moderne Landwirtschaft. Massentierhaltung, Überdüngung von Böden, der großfl ächige Anbau von Energiepflanzen und der Einsatz von Pestiziden verunsichern viele Bürger. Dem gegenüber steht oft das verklärte nostalgische Bild traditioneller Bauernschaft. Diesem Spagat stellt sich das Oderbruch Museum Altranft mit seinem aktuellen Jahresthema. Als Werkstatt für ländliche Kultur, will das Museum einen Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung leisten. So wurden die Erfahrungen von Landwirten in 25 Befragungen aufgegriffen und in kulturellkünstlerischen Formaten sichtbar gemacht. Vier Ausstellungen, ein Theaterstück, zwei Filmabende, ein kleines Musikfestival, ein Werkstattbuch und verschiedene Bildungsprojekte sollen dieser Aufgabe gewidmet sein.


Landrat Gernot Schmidt eröffnete die Jahresausstellung mit der Bemerkung, er sei erstaunt, dass die Bundespolitik den Begriff Heimat für sich entdeckt hätte. „Es werden Museumskonzeptionen hochgehalten und Debatten geführt, dass wir uns darum kümmern sollen. Ich sitze dann da und denke, was haben wir nur die letzten 28 Jahre gemacht“, so Gernot Schmidt süffi sant. Das Thema Landwirtschaft sei ein zentrales der ländlichen Räume. Ein Thema, welches immer wieder zu Konfl ikten führe. Ein Spannungsfeld, in dem die Fachleute, die in der Landwirtschaft arbeiten, oft die verklärte Weltsicht der anderen nicht verstehen würden. Auch die Bundespolitik spiele hier eine entscheidende Rolle.


„Alle wollen erneuerbare Energien, aber diese bauen ländliche Räume zu Industrielandschaften um. Die Konfl ikte müssen wir dann kommunalpolitisch moderieren und einen demokratischen Konsens erreichen. Am Ende müssen wir uns treffen und unser Leben vor Ort gestalten“, so der Landrat. Gernot Schmidt lobte ganz dem Ausstellungsmotto „Lob und Freiheit des Bauern“ entsprechend den freien Bauern, der in seiner Geschichte immer Ideologiesierungen ausgesetzt gewesen sei. „Ihr habt eine neue Sicht zu dem Thema gebracht, eine andere. In der Grundstimmung liegen wir nicht weit auseinander. Ihr sagt es etwas feinfühliger, etwas dezidierter oder etwas künstlerischer. Im Grund ist es eine Aufwertung des Berufsstandes. Das wichtigste was wir brauchen, ist Achtung gegenüber den Menschen im ländlichen Raum“, lobte Gernot Schmidt die Umsetzung des Themas.


In der Galerie im Schloss wurde die Dauerausstellung mit „Das Oderbruch und seine Landwirtschaft“ fortgeschrieben. Dort werden Strukturen und Bilder der regionalen Landwirtschaft vorgestellt. Die große Fotowand wurde um entsprechende Motive erweitert. Zudem sind Fotografi en von Solveig Faust zu sehen, die ein Jahr lang einen Schäfer mit der Kamera begleitete.


Auf dem Berg-Schmidt-Hof ist die Ausstellung „Lob des Bauern – Ein Blick auf die Feldarbeit“ von Michael Fehr zu sehen und im dortigen Wohnhaus „Das Erbe der freien Bauern – Eine Annäherung zwischen Geschichte und Kunst“.


Lars Fischer, der den erkrankten Kenneth Anders vertrat, bezeichnete dieses Jahresthema als Halbzeit im Transformationsprozess des Museums. „Uns geht es besser, es funktioniert die Zusammenarbeit im Team. Die Gesamtbeschreibung der Region nimmt Gestalt an. Wir sind im Gespräch mit verschiedensten Akteuren, mit dem Land, dem Landkreis, mit der Stadt Bad Freienwalde, der Handwerkskammer und der Kulturstiftung des Bundes, darüber, wie es nach der Transformationsphase weitergeht. Wie wir das Museum auf eine Spur schicken“, so Projektleiter Fischer.

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