Nachrichten - Kunst & Kultur

Grenzland-Fotografen stellen zum Cöthener Kultursommer aus

„Sommers Blau“ beginnt mit Kontroverse

Datum: 06.07.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

Cöthen (ma). „Sommers Blau“ ist seit Jahren das bestimmende Thema des Cöthener Kultursommers. Gemeint ist das Gefühl von Weite, Beschwingtheit und Freiheit – Assoziationen, die sich schon auf der Anfahrt zum Ausstellungsort einstellen. Blauer Himmel, gelbe Felder mit frischen Strohballen und grüne Wälder säumen den Weg zur je nach Lichteinfall hellblau oder türkis schimmernden Kirche in Cöthen. Vor der Kirche erwartet die Besucher eine Skulptur des Kienitzer Künstlers Volker Wagner. Im Kirchenschiff zeigen die Grenzland-Fotografen ihre Interpretationen des blauen Sommers. Elke Brämer und Petra Leibner setzten das Thema in Farbfotografi en um. Jörg Engelhardt zeigt riesige Misthaufen vor den Toren von Wriezen.

Tosten Zentner erlaubt einen Blick durch ein doppelt gesichertes Fenster und versetzt Cöthen kurzerhand ans Meer. Mit einem Foto von Angkor Wat erinnert Andreas Klug an seine Reise nach Kambodscha. Malte P. Codenys großformatiges Foto bringt Nachdenklichkeit ins Spiel. Ebenso die Arbeit „Der Sommer ist vorbei!“ von Michael Anker, die sich mit der Endlichkeit von Allem beschäftigt. Dem Thema entsprechend fi nden sich erotische Einfl üsse in einigen Bildern. So zum Beispiel bei Christina Bohin und Jörg Hannemann. Die beiden Fotos von Jörg Hannemann lösten eine Kontroverse mit dem Vorstand des Fördervereins der Kirche darüber aus, ob freizügige Fotos in einer Kirche gezeigt werden dürfen. Gegenüber standen sich konservative Vorstellungen auf der einen und die Freiheit der Kunst auf der anderen Seite. Die Künstler argumentierten damit, dass selbst religiöse Kunst seit Jahrhunderten die Darstellung des nackten Körpers kenne. Da beim Ausstellungsaufbau am Freitagabend letzter Woche das gesamte Projekt „Sommers Blau“ auf der Kippe stand, einigten sich die Beteiligten auf einen Kompromiss, der vorsieht, die fraglichen Bilder außerhalb der Ausstellungszeiten zu verhüllen, um religiöse Gefühle während der Gottesdienste nicht zu verletzen.

So konnte am Samstag die Vernissage den jährlichen Höhepunkt in dem kleinen Dorf bei Falkenberg einleiten. Stephen Ruebsam spielte eigene Klavier-Improvisationen und begleitete Inge Gellert bei einer Performance zu Texten von Jörg Hannemann. Am Sonntag setzte sich der Kultursommer mit einem Konzert von Margarete Huber, Sopran und Eva Schulze, Harmonium fort. Die Ausstellung ist bis 29. Juli 2018 an den Wochenenden geöffnet.

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