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Datum: 06.07.2018
Rubrik: Sport

Das tausendste Mitglied im Visier

SV Motor Eberswalde wächst weiter und überzeugt mit einem vielfältigen Sportangebot / Interview mit Martin Hoeck

Eberswalde (uk). Der SV Motor Eberswalde ist mit Abstand der mitgliederstärkste Sportverein der Kreisstadt Eberswalde und der zweitgrößte im Landkreis Barnim. Über die Entwicklung und die Perspektive des Vereins sprach Udo Kalms mit dem 1. Vorsitzenden des SV Motor, Martin Hoeck.


Herr Hoeck, Ihr Ziel war es 2017, die 1000-Mitgliederzahl vielleicht bald zu knacken. Wie weit sind Sie davon entfernt?


Ich habe 2016 den Verein mit 849 Mitgliedern übernommen und die Mitgliedergewinnung war von Anfang an ein Ziel des gesamten Vorstandes. Aktuell stehen wir etwa bei 970 Mitgliedern. Wir werden versuchen zum nächsten Stichtag am 1. Januar 2019 die 1000-Mitgliedermarke zu erreichen.


Wie breit gefächert ist das Sportangebot im Verein?


Insgesamt haben wir im Verein aktuell 14 Abteilungen und acht allgemeine Sportgruppen. Bei den Abteilungen reicht die Bandbreite von American Football, Badminton und Gewichtheben über Schach, Kegeln und Leichtathletik bis zum Turnen. Mit der Abteilung „Garde und Show“ haben wir seit Dezember 2017 ein neues Sportangebot bei uns aufgenommen. Darunter befi ndet sich auch die Funkengarde, die eine neue Heimat bei uns gefunden hat. Die Abteilung ist nicht zu verwechseln mit der bereits bestehenden Tanzsportabteilung „Grün-Gold“, die mit rund 230 Mitgliedern die größte im Verein ist. Die allgemeinen Sportgruppen haben Angebote von Gymnastik über Gesundheitssport bis zum Seniorensport und Volleyball. Insgesamt haben wir damit ein sehr breites Sportangebot zu bieten, da fi ndet jeder etwas zur sportlichen Freizeitgestaltung. Einige Sportarten, wie zum Beispiel Turnen und Ringen, kann man in der Region nur bei uns fi nden. Übrigens, wir haben auch bald Cricket neu im Angebot. Die Gruppe befi ndet sich derzeit im Aufbau.


Seit 2002 ist der SV Motor Stützpunktverein im Programm „Integration durch Sport“. Wie hat sich dieses Vorhaben entwickelt?


Wir sind sehr dankbar für dieses Programm und es ist eine sehr gute Zusammenarbeit. In der Vergangenheit ging es vor allem um die Integration von Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion, aktuell mehr um Flüchtlinge. Integration ist natürlich nicht immer einfach, Sport kann dabei sehr hilfreich sein. An den Beispielen Cricket und Ringen sehen wir auch, dass durch Zugewanderte neue Sportarten zu uns kommen können, was auch eine Bereicherung ist. Sehr gut ist uns das mit den Ringern gelungen. Seit eineinhalb Jahren besteht diese Abteilung und ist weiter im Aufbau. Und natürlich sind viele unserer Abteilungen auch für neue Mitbürger offen. Zum Beispiel finden sich in den Abteilungen Leichtathletik, Schach, Gewichtheben oder Inline-Skating viele Deutsche aus der ehemaligen Sowjetunion oder Flüchtlinge. Das Programm „Integration durch Sport“ unterstützt diese Abteilungen im Besonderen.


Ist das Programm „Soziale Stadt“ im Brandenburgischen Viertel eine Möglichkeit für den SV Motor, sich dort auch einzubringen?


Ja, das ist es und das tun wir auch schon seit Jahren. Da unsere Sporthalle und unsere Geschäftsstelle im Brandenburgischen Viertel liegen, bietet sich die Zusammenarbeit auch an. Wir ermöglichen zusammen mit dem Programm „Soziale Stadt“ und der Unterstützung der Stadt Eberswalde sogenannte offene Sportangebote, die sich besonders an Flüchtlinge und sozial schwächere Bevölkerungsgruppen richten. So haben wir im Fußball, Volleyball und Tischtennis sehr guten Zulauf von rund 30 bis manchmal 80 Sportbegeisterten, die keine Mitglieder sind, sondern sich einfach regelmäßig zum Sport treffen. Damit bekommen sie eine Beschäftigung und lernen auch den sportlichen Umgang mit Regeln.


Wie schaffen Sie es als Vorstand die vielen unterschiedlichen sportlichen Abteilungen im Verein auch organisatorisch unter einen Hut zu bringen?


Eine gute Voraussetzung ist dabei, dass die Abteilungen sehr selbständig arbeiten bei uns. Der Vorstand fungiert als Dach des Vereins. Was organisatorisch für den gesamten Verein bzw. nach außen zu bewerkstelligen ist, läuft über die Geschäftsstelle. Dabei versuchen wir natürlich auch Prozesse zu vereinfachen. Ein Beispiel: Bei der Umstellung auf das Lastschriftverfahren für die Mitgliederbeiträge liegen wir derzeit bei fast 80 Prozent, weiter steigend. Bei Neumitgliedern erfolgt die Kassierung nur noch über Lastschrift. Gerade diese Maßnahme schränkt den Aufwand erheblich ein. Die Vorstandssitzungen fi nden immer regelmäßig mit den Abteilungsleitern statt. Bei aller selbständigen Arbeit der Abteilungen, ist der Austausch untereinander sehr, sehr wichtig.


Was sind die zukünftigen Schwerpunkte der Vereinsarbeit beim SV Motor?


Neben der weiteren Mitgliedergewinnung und dem Ausbau des Sportangebotes in unserer Stadt, liegt unser Augenmerk besonders auf dem 110-jährigen Vereinsjubiläum 2019. Der Verein wurde 1909 gegründet und wir wollen im nächsten Jahr das Jubiläum gebührend feiern. Weiterhin wollen wir weiter in unsere Sporthalle im Brandenburgischen Viertel investieren. Natürlich steht auch die Sponsorensuche weiter auf der Agenda.


In Eberswalde existieren 47 Sportvereine, die Mitglied im Kreissportbund Barnim sind. Wie schätzen Sie die Zusammenarbeit des SV Motor mit anderen Vereinen ein?


Wir wollen gemeinsam mit allen anderen Sportvereinen der Stadt den Sport voranbringen. Dazu gehört vor allem das Sportangebot in Eberswalde zu erweitern und sich für weitere Investitionen in die Sportinfrastruktur, zum Beispiel im Fritz-Lesch-Stadion, einzusetzen. Eine Zusammenarbeit und enge Kooperation gibt es schon seit vielen Jahren mit dem FV Preussen Eberswalde, aus der Geschichte heraus begründet. Der frühere FV Motor, jetzt FV Preussen, war einmal die Fußballabteilung des SV Motor. Wir haben also gemeinsame Wurzeln. Aber auch mit dem Eberswalder SC gibt es gute Kontakte und eine gute Zusammenarbeit zum Beispiel in der Leichtathletik. Aber auch beim Trainingslager für kleinwüchsige Sportler haben wir das Badminton-Training angeboten. Wir sind also sehr offen für Kooperationen oder gegebenenfalls auch Fusionen mit anderen Vereinen oder Sportgruppen und bieten uns auch als Dachverein für neue Sportgruppen an. Als Beispiel möchte ich unsere neue Abteilung „Garde und Show“ anführen. Die Mitglieder mussten ihren Verein Ende des letzten Jahres verlassen, wollten aber keinen eigenen Verein gründen, sondern gerne zu uns kommen. Inzwischen hat die neue Abteilung über 50 Mitglieder und zeigt sich auch mit öffentlichen Auftritten.

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