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Datum: 26.07.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

Riesenköpfe an der B158

Popart-Künstler macht aus einem alten DDR-Konsum in Tiefensee den Kunsttempel der Region

Tiefensee (ak/fw). Dort, wo zu DDR-Zeiten noch Goldbrand, Spee und Clubcola verkauft wurden, wird heute Kunst gemacht. Jeder, der schon einmal auf der B158 durch Tiefensee gefahren ist, kennt die Riesenköpfe. Sie stehen vor einem ehemaligen Konsum, aus dem der Bildhauer Sergej Alexander Dott sein Atelier machte. In den Räumlichkeiten, die er kaufte, entstehen außergewöhnliche Skulpturen und Installationen. Den Konsum zu kaufen, bezeichnet der Popart-Künstler als eine der besten Entscheidungen seines Lebens. In Berlin gestaltete sich das Vorhaben, Platz für seine Kunst zu fi nden, als schwierig. „Hier kann ich mich ausbreiten, die Fantasie kann sich ausbreiten und man kann in allen Bereichen arbeiten“, so Dott. Als weitere Vorzüge bezeichnet er den See, der nicht weit entfernt ist, und in den warmen Monaten oft von ihm genutzt wird, um einen frischen Start in den Tag zu haben. Dotts Werke zeigen oft Menschen und ihre Körper, aber auch Tiere. Eine Skulptur, die einen nackten Mann und eine nackte Frau zeigt, befasst sich mit Schwerelosigkeit und Tanz. „Es soll zeigen, wie der Tanz das Gewicht des Menschen aufhebt“, sagt der Künstler. Er benutzt vor allem Collagen, die schon einmal geformt wurden und setzt es in einen neuen Kontext oder formt es neu. Ein Modell mit Köpfen von Schaufensterpuppen inszeniert einen Kuss, der über Funkenfl ug dargestellt wird. Im Garten neben dem Atelier gibt es weitere Überraschungen. Aus allen Ecken schauen den Besucher Augen von Puppenköpfen an. Eine Installation setzt sich damit auseinander, wie Kinder die Wirklichkeit nachspielen. „Es ist wie ein Traum, dass Jesus und die Verbrecher zu Affen werden und die Kinder sind heroisch“, sagt der Bildhauer über dieses Kunstwerk. Er bezeichnet es als skurril und ist sich über die Wirkung auf Besucher nicht sicher. „Ob es gut ist, kann ich auch nicht sagen“, sagt Dott selbstkritisch. Wenn sich Kunstinteressierte darüber ein Urteil erlauben wollen, können sie das noch bis zum 6. September 2018 auf dem Märkischen Künstlerhof in Brieselang tun. Dort ist eine Live-Installation zum Thema „Apokalypse“ von Sergej Alexander Dott zu bestaunen. Geöffnet ist jeden Donnerstag von 14 bis 20 Uhr.



Als Fernsehbeitrag auf: www.odf-tv.de

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