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Datum: 06.08.2018
Rubrik: Kunst & Kultur

„Auf Terrasse jibt’s nur Kännchen“

16. Sommertheater im Oderbruch

Bad Freienwalde ist den meisten Menschen vor allem als Kurstadt ein Begriff. In den letzten Wochen und Monaten war die Stadt jedoch immer wieder durch kommunalpolitische Querelen ins Licht der Öffentlichkeit geraten. Die inzwischen 16. Produktion des freienwalder Theaterfestivals „Sommerkomödie im Oderbruch“ nähert sich diesen politischen Unruhen nun auf satirische und äußerst humorvolle Weise, darauf deutet bereits der Titel des Stückes hin, denn „Auf Terrasse jibt’s nur Kännchen“.

Die Stadt Bad Freienwalde ist in erster Linie für ihr heilendes Moorbad bekannt. In letzter Zeit war die Kurstadt jedoch häufiger durch innerpolitische Kontroversen aufgefallen. Probleme in der Verwaltung, große Meinungsverschiedenheiten zur infrastrukturellen Entwicklung oder auch die Frage, ob Bad Freienwalde das „Bad“, also den Kurstatus behalten darf. Bei so viel politischem Gerangel war es nur eine Frage der Zeit, bis sich das reale Geschehen auf der kulturellen Ebene manifestieren würde. Im Rahmen des Theaterfestivals „Sommerkomödie im Oderbruch“, welches seit 2003 jedes Jahr im Sommer stattfindet, wurde am vergangenen Wochenende das Theaterstück „Auf Terrasse jibt’s nur Kännchen“ uraufgeführt. Das Stück nimmt auf satirische Weise die politischen Verstrickungen Bad Freienwaldes aufs Korn. Die heitere Satire wurde von Intendant und Regisseur Matthias Sebastian Raupach auf die Bühne des freienwalder Filmtheaters gebracht. Mit viel Ironie und Sinn für pointierte Mehrdeutigkeiten präsentierte der Allround-Künstler seinem Publikum eine vielseitige Theaterproduktion auf höchstem Niveau. Die Kunst und im Besonderen das Theater waren schon immer ein probates Instrument, um einer Gesellschaft den sprichwörtlichen Spiegel vorzuhalten und gerade politische Um- oder Missstände zu reflektieren. Humor ist dafür ein geeigneter Mitstreiter. Die selbsternannte Kurstadt-Schmonzette „Auf Terrasse jibt‘s nur Kännchen!“ kann man noch bis zum 26. August im Bad Freienwalder Filmtheater erleben. Wie heißt es bei Wolfgang J. Reus mit einem Augenzwinkern: „Die Satire darf alles, bloß eines nicht: Die Schnauze halten!“

Kamera: Andreas Klug

Bericht/Schnitt: Florian Beyer

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