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Datum: 15.08.2018

Zum Schulstart das Elterntaxi stehen lassen

Kinder selbstständig werden lassen, Unfallrisiken senken

MOL/LOS (e.b./sd). Mit der Schulzeit kommen Jungen und Mädchen in eine ganz neue Lebensphase und machen die ersten Schritte zur Selbstständigkeit. Auch wenn es Eltern schwer falle loszulassen, raten Sprecher des Deutschen Kinderhilfswerks und des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD) vom Elterntaxi zur Schule ab.

Noch in den 1970er Jahren gingen rund 90 Prozent der Kinder zu Fuß zur Schule. Einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge ist es aktuell gerade noch jedes dritte Kind. „Das Elterntaxi stehen lassen“, rät Claudia Neumann, und begründet, der Fußweg zur Schule fördere Sicherheit im Straßenverkehr und die Selbstständigkeit der Kinder. Außerdem wirke sich die Bewegung positiv auf körperliche und geistige Entwicklung sowie die Konzentrationsfähigkeit in der Schule aus, weiß die Expertin für Spiel und Bewegung des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Das stärkt das Selbstbewusstsein auch für andere Lebenssituationen“, so Neumann.

Eltern, die ihre Kinder bis zur Bordsteinkante vor die Schulen fahren, sorgen nicht selten selbst für ein Verkehrschaos und erhöhen damit sogar noch die Unfallrisiken für ihre Sprösslinge, wie Lehrer und Eltern bestätigen. An manchen Schulen wird eigens an die Eltern appelliert „ab hier schaffe ich es allein“, da die Sprösslinge nicht nur in der ersten Schulwoche bis an den Platz gebracht werden und sogar die Schulsachen hinterhergetragen bekommen.

Schulwege müssen nicht die kürzesten sein, wohl aber die sichersten und möglichst wenig Gefahrenstellen beinhalten. Eltern sollten den Weg möglichst oft mit den Kindern ablaufen und Verhaltensweisen besprechen, empfehlen die Vertreter des Kinderhilfswerks. „So gewinnen die Kleinen an Souveränität und die Eltern Vertrauen in die Fähigkeiten ihres Nachwuchses“, heißt es weiter.

Zudem können Laufgemeinschaften mit Nachbarskindern gebildet werden, was nochmals die Sicherheit erhöhe und soziale Kompetenzen unterstütze, da die Kinder lernen, auch aufeinander aufzupassen. „Bei weiteren Schulwegen können Eltern und sogar Kinder sogenannte Laufbusse organisieren. Eine praktische Lösung ist die Bildung von Fahrgemeinschaften, bei denen Eltern im Wechsel auch andere Kinder zur Schule fahren und abholen“, Stephanie Päßler vom VCD. Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, sollten die Jungen und Mädchen die letzten 300 bis 500 Meter selbst laufen.

Das Deutsche Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub rufen vom 17. bis 28. September 2018 Schulen und Kindertageseinrichtungen in ganz Deutschland zu den Aktionstagen "Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten" auf. Im letzten Jahr hatten rund 90.000 Kinder aus mehr als 4.400 Schulklassen in ganz Deutschland mitgemacht. Wer auch in diesem Jahr während der Aktionstage zu Fuß, mit dem Rad oder dem Roller zur Schule oder Kindertagesstätte kommt, kann sich unter www.zu-fuss-zur-schule.de anmelden. Auf der Website können auch Aktions- und Spielideen eingesehen sowie Materialien bestellt werden. Zudem nehmen alle bis Ende August dort registrierten Projekte an einem Ideenwettbewerb teil, bei dem es tolle Preise zu gewinnen gibt. Tipps für den sicheren Schulweg auch unter www.vcd.org/sicher-zur-schule.html.

BU: Den Schulweg allein zurückzulegen steigert das Selbstbewusstsein und die Selbstständigkeit der Kinder und erhöht das Vertrauen der Eltern in ihre Sprösslinge.    Foto: e.b./ADAC

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