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Datum: 07.09.2018
Rubrik: Sport

Alte Technik pflegen und im Gelände nutzen

Über Stock und Stein mit klassischen Motorrädern – Tradition wiederbeleben

Rüdersdorf (sd). Motorräder mit vielen Jahren Geschichte zu besitzen ist eine Sache, doch manch einer will die klassische Technik nicht nur ansehen, sondern auch nutzen und an den Maschinen „rumschrauben“. So oder so ähnlich sind auch einige Teilnehmer des Classic Trial zu der etwas anderen Form des Motorsports gekommen.


Beim Trial an sich geht es darum, per Motorrad festgelegte Streckenteile, sogenannte Sektionen in einer von drei Klassen zu durchfahren. Jeder Fehler – ob der Fuß aufgesetzt wurde, ein Tor ausgelassen, das Motorrad ausging oder ähnliches – gibt Punkte. Wer die wenigsten Punkte verzeichnet, gewinnt letztlich.


Martin Dams reist schon seit fünf Jahren extra aus dem Raum Nienburg in Niedersachsen zum Trial nach Rüdersdorf. Letztes Jahr baute er die Sektionen entlang der Strecke mit auf und genießt das Event am zweiten diesjährigen Renntag als Zuschauer. „Trialfahrten sind einfach toll. Mit 15 habe ich das erste Mal dabei zugeschaut, bei Engländern mit ihren BSA und ein paar Deutschen auf Adi und Zündapp“, erinnert sich Dams und erklärt, er sei da einfach reingewachsen. Seit 1997 fährt er selbst aktiv Trials. Es mache nach wie vor auch Spaß, einfach nur den Fahrern zuzuschauen. Der Motorrad-Fan kann sich noch gut an die Deutschen Meisterschaften erinnern, die vor über 20 Jahren auf dem Gelände ausgetragen wurden, wo heute TrialKollektiv und MC Woltersdorf zu ihren Veranstaltungen einladen.


Für Stefan Buchholz, der die letzten Jahre in seiner Klasse regelmäßig die wenigsten Punkte einfuhr und damit siegte, ist es praktisch ein Rennen „vor der Haustür“. Seit 44 Jahren sitzt der Wahlberliner auf dem Motorrad. Der ursprüngliche Rüsselsheimer fuhr bei Deutschen Meisterschaften und Weltmeisterschaften mit, bis er nach einer etwa fünfzehnjährigen Pause mit dem Classic-Trial wieder eingestiegen ist. „In Norddeutschland ist die Konkurrenz größer, da ist es hier angenehmer, familiärer. Wir finden in den Gruppen schnell zusammen und ich kann auch andere Fahrer kennenlernen“, so Buchholz, der sich bereits mit anderen Teilnehmern zu Trainingsfahrten verabredet hat. Im Gegensatz zu anderen Motorrad-Sportveranstaltungen empfindet er das Trial mit den 30 Sektionen eher als „geruhsam“, auch wenn er weiß, dass sich die Sektionen beispielsweise mit Regen schnell drastisch verändern können. „Es ist ein tolles Gelände hier. Sonst sind auch meine Kinder mit dabei, was nochmals einen familiären Reiz schafft“, ergänzt Stefan Buchholz.


„Ich fahre gern woanders“, sagt Michael Tubes, der nach dreijähriger Pause wieder dabei ist. Dem Düsseldorfer gefallen besonders die Machart des Laufs und das Gelände. Sonst handle es sich oft um Vereinsgelände, die bei weitem nicht so weitläufig seien. „Hier gibt es eine richtig große Fläche mit freiem Fahren und der Stein macht es nochmal außergewöhnlich“, so der Fahrer, der sonst auch oft in den Niederlanden unterwegs ist. Erst recht spät kam er zum Trialsport, fing mit 40 an und seit 15 Jahren mit seiner spanischen Montesa von 1974 dabei. „Es ist spannend, die Maschine mit den alten Teilen fahrbereit zu halten und auch zu nutzen, statt sie nur in einer Ecke verstauben zu lassen“, so der Fahrer, der über Freunde nach Rüdersdorf kam. Nicht wenige Motorräder sind sogar noch älter, doch auch neuere Modelle sind vertreten.


Karsten Thrun ist seit letztem Jahr auch organisatorisch mit von der Partie. „Es macht Spaß, die alte Technik fit zu halten und zu nutzen“, so der Woltersdorfer, der zum Training und aus Freude mitfährt. Doch am Sonntag macht ihm seine Zündapp von 1952 einen Strich durch die Rechnung: Zwei Teile der Bremsen wollen einfach nicht passen, sodass für ihn das Rennen erstmal gelaufen ist. Seit 1984 ist er freizeitmäßig Motorradsportler.


BU: Je nach gewählter Klasse fordern die Sektionen Fahrern wie Michael Tubes eine ganze Menge Geschick ab, doch sich selbst herauszufordern sieht Tubes als Anreiz.      Foto: BAB/sd

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