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Datum: 17.10.2018
Rubrik: Gesellschaft

Klein aber oho!

Maltas Botschafter Dr. Albert Friggieri unterhielt rund 90 Besucher beim Diplomatischen Salon

Eberswalde (hs) Der Diplomatische Salon feierte Jubiläum. Bereits zum zehnten Mal lud Gastgeber Martin Hoeck im Namen der Hoeck-Stiftung zu einem interessanten Abend in die Stadtbibliothekt Eberswalde ein. Rund 90 Gäste folgten am Dienstagabend der Einladung und begaben sich mit dem Botschafter von Malta, S.E. Dr. Albert Friggieri, auf eine Reise durch die Historie und Gegenwart der kleinen Mittelmeerinsel. In launiger Manier gewährte Friggieri einen Einblick in die wechselvolle Geschichte des kleinsten Landes der Europäischen Union.

In der anschließenden Fragerunde erfuhren die Besucher zum Beispiel, dass das Gesundheitssystem steuerfinanziert und dadurch die medizinische Grundversorgung, die auch Vorsorgeuntersuchungen umfasst, für die rund 465.000 Einwohner kostenlos ist. Auch auf die Frage nach der Energieversorgung des kleinen Eilands, das über keine bedeutenden Bodenschätze verfügt, gab der Botschafter Auskunft. Bis vor nicht allzu langer Zeit war Erdöl der Hauptenergieträger, welches auf der Insel in einem Kraftwerk verstromt wurde. Vor einigen Jahren wurde ein modernes Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerk auf Malta errichtet, welches mit dem umweltfreundlicheren Erdgas betrieben wird. Bisher wird das Gas mit dem Schiff auf die Insel gebracht. Bis 2025 soll Malta durch eine Unterseetrasse über Sizilien mit dem europäischen Gasnetz verbunden werden. Rund acht Prozent des verbrauchten Stroms kommt derzeit aus regenerative Energiequellen, wobei hier Solaranlagen die größte Rolle spielen. Für Windanlagenparks, wie sie hierzulande bekannt sind, ist der Inselstaat flächenmäßig zu klein und zu dicht besiedelt. Offshore ist auch nicht möglich, da das Mittelmeer um Malta herum schlicht zu tief ist. Daher setzt die Regierung auf Solarenergie und hat in der Vergangenheit entsprechende Förderprogramme aufgelegt. Auch die Müllentsorgung ist nach wie vor ein großes Problem. Auch hier macht die dichte Besiedelung der Insel der Regierung einen Strich durch die Rechnung. Niemand möchte eine Müllverbrennungsanlage in seiner unmittelbaren Nachbarschaft haben, so der Botschafter. Dennoch ist geplant, in den kommenden Jahren eine solche für rund 150 Millionen Euro zu bauen. Bis dahin wird ein Teil des Abfalls auf eine Deponie nahe der Stadt Salina verbracht, der Rest in andere Länder exportiert.

Auch zur Situation rund um die Flüchtlinge äußerte sich Friggieri. Er wies sehr bestimmt darauf hin, dass man beide Seiten einer Geschichte kennen muss, um über sie zu urteilen. Dabei bezog sich der Botschafter unter anderem auf die Stilllegung der NGO-Rettungsschiffe in maltesischen Häfen, bei denen es Unklarheiten bezüglich ihrer Registrierung gab. Zudem stellte er die Frage in den Raum, was Flüchtlinge in einem Land sollen, in das sie gar nicht wollten. Ähnlich reagierte er auf die Frage, warum Malta Staatsbürgerschaften an vermögende Nicht-EU-Ausländer verkauft. Für den Botschafter ein ganz normales Verfahren, bei dem die Herkunft der Antragssteller und des Vermögens genau geprüft werden. Etwas, so versicherte Friggieri, das auch andere EU-Staaten machen.

Zufrieden mit der Veranstaltung zeigte sich Martin Hoeck. Es freut ihn sehr, dass dieses Format offensichtlich gut angekommen ist und einen gewissen Stellenwert in Eberswalde erreicht hat. So lies es sich Bürgermeister Friedhelm Boginski auch nicht nehmen, den maltesichen Botschafter persönlich beim Diplomatischen Salon zu begrüßen. Zudem konnte die Hoeck-Stiftung einen neuen Partner vorstellen. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) unterstützt ab sofort die Stiftung bei der Organisation und Durchführung des Diplomatischen Salons. (Bildquelle: Blitz/hs)

                   

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