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Datum: 06.11.2018
Rubrik: Gesellschaft

Kulturorte im Wandel

Ein Gesprächsabend rund um das Haus der Kultur Eberswalde

Eberswalde (hs). Eines vorweg, die Diskussion war lebhaft am vergangenen Donnerstagabend im Stadtmuseum Eberswalde. Und so manches Mal wurde widersprochen. Zu subjektiv, zu individuell waren die Eindrücke und Erinnerungen. Was man aber spürte: das „Haus der Kultur“ war noch vielen präsent.

1983 wurde es als neues kulturelles Zentrum der Stadt eröffnet. Dass das Gebäude, welches neben einem großen Festsaal auch eine Diskothek und eine Nachtbar im Keller beherbergte, gut angenommen wurde, zeigen beeindruckende Zahlen. So waren 1985 rund 137.000 Besucher zu Gast im „Las Vegas“, wie das Haus der Kultur im Volksmund genannt wurde. Wie es zu diesem Namen kam, konnte auf der Veranstaltung in der vergangenen Woche nicht restlos geklärt werden. Zu viele Geschichten gab es dazu. Eine besagt zum Beispiel, dass bei Veranstaltungen am Abend so viel Licht durch die großen Fensterscheiben nach draußen fiel, dass dies Assoziationen zur grellbunten und immer hell erleuchteten us-amerikanischen Stadt nahe lag. 2011 jedenfalls erfolgte der Abriss. Aber an diesem Abend ging es im Stadtmuseum nicht nur um den Austausch von Anekdoten, wenn auch das Konzept dieser Veranstaltung von Anfang an darauf ausgelegt war, miteinander ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt der kurzweiligen 90 Minuten stand der Wandel von Kulturorten in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche. Kulturamtsleiter Dr. Stefan Neubacher, der als Moderator durch den Abend führte, holte sich dazu interessante Gesprächspartner an den Tisch. So berichtete etwa Dr. Maria Davydchyk über Transformationsprozesse in der Kulturpolitik in Osteuropa und zeigte auf, welche Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede es zwischen den osteuropäischen Nachbarstaaten und den ostdeutschen Ländern gab. Tenor des Abends war, dass in Eberswalde zu DDR-Zeiten eine starke Kultur-infrastruktur aufgebaut wurde, die dann aber unter marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht fortgeführt werden konnte. Auch das Verständnis von Kulturpolitik war einem Wandel unterworfen. Vor der Wende war die Politik ein Mitgestalter der Kultur. Nun sind die politischen Akteure und die Verwaltung „Kultur-Ermöglicher“, die Rahmenbedingungen für Kulturschaffende schaffen, wie Kommunalpolitiker Lutz Landmann am Ende feststellte. (Bildquelle: Blitz/hs)

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