Nachrichten - Blaulicht & Verkehr

Über 20-jährige Geschichte nimmt gutes Ende: Radweg sogar vorfristig eingeweiht

Endlich: Radweg Gielsdorf-Strausberg

Datum: 29.09.2018

Gielsdorf/Strausberg (sd). Es gibt viele Verbindungen zwischen dem Altlandsberger Ortsteil Gielsdorf und der Stadt Strausberg, doch an einem mangelte es – einem Radweg. Viele Akteure wirkten zusammen, um vor allem in den letzten Jahren verbliebene Hemmnisse zu überwinden. Für die ehemalige Gielsdorfer Ortsvorsteherin Ursula Eckert war es gewissermaßen ein Geburtstagsgeschenk: Nachdem sie sich bereits seit Anfang der 1990er Jahre für den Bau eines Radwegs zwischen Strausberg und Gielsdorf einsetzte, wurde dieser nun endlich offiziell eröffnet. Es sei ein langer Weg gewesen, das Vorhaben erst 2014 wieder richtig in Fahrt gekommen, erinnert Altlandsbergs Bürgermeister Arno Jaeschke. Während des Richtfests zum Brau- und Brennhaus gab der damalige Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger eine mögliche Förderung des Radwegs in Aussicht. „Gemeinsam haben wir die Her-ausforderungen gemeistert“, führt Jaeschke weiter aus und erinnert an die Verhandlungen mit drei Grundstückseigentümern. „Einige der privaten Eigentümer wollten einfach nicht mehr mit uns reden“, ergänzt Strausbergs Bürgermeisterin Elke Stadeler. Während die Verordneten beider Städte die Weichen gestellt hatten, ging es darum, sich über die Flächenverhältnisse zu einigen. „Wir haben letztlich Lösungen gefunden, ohne in ein Planfeststellungsverfahren zu müssen“, so Arno Jaeschke. Mit einem solchen Verfahren „wäre der Weg heute längst noch nicht fertig“. Eine Besonderheit des Weges, der eine Landesstraße begleitet, ist das Dreigestirn der Beteiligten. So war die Stadt Altlandsberg Bauherr, der Landesbetreib Straßenwesen Auftraggeber und natürlich beteiligt sich auch Strausberg an einem Teil der Kosten. „Es ist gut, dass beide Stadtverordnetenversammlungen so konsequent blieben und das Land forderten“, fügt Strausbergs Bürgermeisterin Elke Stadeler hinzu. Wenn auch nicht preiswert sei der Weg notwendig, um die Gefahrensituationen zu minimieren, so Stadeler weiter. „Straßenbau ist eine tolle Sache, doch sind die Geh- und Radwege dabei ins Hintertreffen geraten. Das Sicherheitsbedürfnis ist heute nochmal ein anders“, fügt Stadeler hinzu und erinnert an den zehnten Jahrestag der Planung zur offiziellen Übergabe. Die Notwendigkeit des Radweges erkannte auch Kathrin Schneider, die Vogelsänger als Infrastrukturministerin nachfolgte. Doch sei angesichts einer langen Liste an notwendigen Maßnahmen nicht genug Geld verfügbar. „Umso schöner ist es, dass das Vorhaben mit 560.000 Euro aus dem Fonds für regionale Entwicklung gefördert wurde“, so Schneider. Das Land beteiligte sich weiterhin mit 160.000 Euro an den Gesamtkosten. Die veranschlagten 60.000 Euro Kosten für Altlandsberg könnten indes nach Abschluss aller Rechnungsdurchgänge gehalten werden, freut sich Arno Jaeschke. Strausberg beteiligt sich mit neun Prozent an den Gesamtkosten. „Auch mit Geldern ist noch kein Baurecht geschaffen“, schränkt Kathrin Schneider ein und sagt „der gemeinschaftliche Wille half“. Besonders lobt sie das Engagement der Verwaltungen für den 1,622 Kilometer langen und 2,5 Meter breiten Weg, der über stark gegliedertes Bodenrelief, sumpfigen Untergrund mit entsprechend vielen Lurchen führt und eine Bautrasse im Landschaftsschutzgebiet notwendig machte. Mit einer angekündigten Fertigstellung im vierten Quartal wurde der Weg zudem vorfristig übergeben, was vor allem heute nicht selbstverständlich sei, führte Schneider aus. „Heute ist ein Tag zum Freuen“, schließt Brandenburgs Infrastrukturministerin. „Wir sollten dran bleiben, mehr Radwege zu bauen. Davon profitiert die gesamte Region“, merkt Günter Sparchholz, heutiger Ortsteilsvorsteher, an. „Ob zur Arbeit, zur Schule oder für Touristen – der neue Weg schafft vielfältige Verbindungen“, ergänzt Jörg Schleinitz von der Kreisverwaltung. Mitglieder der ADFC-Ortsgruppe Strausberg um Thomas Deuse waren bereits die neue Verbindung nach Gielsdorf gefahren und lobten den Weg. Nun fehle es nur noch an Beleuchtung. Doch daneben freuen sich ebenso Leute mit Kinderwagen und Rollator genauso wie Fußgänger über die Verbindung parallel zur Landesstraße. Gewissermaßen ein Nebeneffekt des Radweges ist eine Querungshilfe, die kurz hinter dem Ortseingang Gielsdorf entstanden ist. Als Verbindung der Wegnutzer angelegt, werden so auch Fahrzeuge beim Einfahren in den Ort entschleunigt und nochmals die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer erhöht. Mehrere heutige Anwohner waren bereits vor Jahren mit der Aussicht auf eine baldige Wegverbindung nach Strausberg nach Gielsdorf gezogen. „Heute sind unsere Kinder aus der Schule raus und brauchen den Weg nicht mehr. Doch wir und all die kommenden Generationen sind so deutlich besser unterwegs“, ist aus den Reihen der Anwohner zu hören. Rund hundert Gielsdorfer, Strausberger und Gäste wohnten der Einweihung bei. Viele machten sich anschließend selbst per Rad auf den neuen Weg.

BU: Gemeinsam anradeln: Günter Sparchholz, Elke Stadeler, Jörg Schleinitz, Arno Jaeschke (von rechts) und zahlreiche Gäste weihten die neue Verbindung per Fahrrad gemeinsam ein.     Foto: BAB/sd

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