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Datum: 05.10.2018
Rubrik: Gesellschaft

Traumberuf bei der Polizei – von Beginn an gut beraten

Einstellungsberater an jeder Polizeiinspektion sollen den Berufseinstieg begleiten

Strausberg/MOL (sd).  So gut wie überall wird verstärkt um Nachwuchskräfte geworben, auch bei der Polizei. Neben auffälliger Werbung an den Einsatzwagen wurde mit den Einstellungsberatern gleich eine neue Stelle geschaffen, mit der die Inspektionen mehr Handlungsspielraum bekommen.

Gerade hat Martina Laue wieder einen Schwung Briefe erhalten, aus dem ein größeres Couvert als Bewerbung hervorsticht. Schülerpraktikumsplätze bei der Polizei sind praktisch immer gut nachgefragt, erklärt die Beamtin während sie das Anschrieben eines Schülers durchgeht. Die Polizeihauptkommissarin ist seit Mai dieses Jahres Einstellungsberaterin am Strausberger Standort der Polizeiinspektion Märkisch-Oderland.

„Auch da der Werbe- und Ausbildungsdienst mit begrenztem Personal immer mehr schaffen muss, wurde in ganz Brandenburg an jeder Polizeiinspektion diese neue Stelle eingerichtet“, erklärt Martina Laue. Direkt vor Ort sollen die Einstellungsberater bei Berufs- und Ausbildungsmessen präsent sein und auch an Schulen für den Polizeiberuf werben. Vor allem mit der persönlichen Erfahrung im Polizeidienst können die Beamten viele spezielle Fragen beantworten und schon im ersten Gespräch die Eignung der Interessenten abklären. Zudem sind die einzelnen Berater schneller erreichbar und können im Grunde bis zur Vertragsunterzeichnung mit Rat und Tat zur Seite stehen.

1992 hat Martina Laue bei der Polizei angefangen, bis 1995 ein Studium absolviert und kann über 22 Jahre Erfahrung im Schichtdienst vorweisen. „Die vielen Serien und Filme vermitteln oftmals ein anderes Bild von der Polizeiarbeit“, erlebt Laue regelmäßig bei Gesprächen mit Interessenten und fügt hinzu, dass sie „manchmal auch den Zahn ziehen muss“. Umso wichtiger ist es ihr und den Kollegen, schon bei einem Praktikum möglichst vielfältige Einblicke zu gewähren. Kriminalpolizei, Verkehrspolizei, sogar eine Hundeführerstaffel konnte bereits gewonnen werden.

Viele steigen im sogenannten Wach- und Wechseldienst in die Polizeiarbeit ein, sammeln Erfahrungen und entwickeln sich individuell weiter. „Später gibt es viele Optionen. Man sollte sich einfach ausprobieren“, weiß die Einstellungsberaterin. Sogar Schulen fragen vermehrt an, ob die Möglichkeit bestehe, dass Laue und ihre Kollegen eine Unterrichtsstunde gestalten. Jeweils 90 Minuten drei Mal vor Neuntklässlern über ihren Beruf zu berichten, ist auch für die Hauptkommissarin ungewohnt.

„Wir haben viel positives Feedback zum Strausberger Ausbildungstag bekommen“, so Martina Laue, die am Stand der Polizei unzählige Gespräche führte. Sie freut sich immer wieder, wenn diesen Kennenlerngesprächen auch tatsächlich Bewerbungen folgen. „Das Einstellungsverfahren sollte nicht unterschätzt werden. Wie bei jedem Arbeitgeber gehört eine umfassende Vorbereitung dazu“, weiß Martin Laue. Jeweils im April und Oktober liegen Einstellungstermine. Das Bewerbungsverfahren dafür beginnt bereits gut ein Jahr vorher.

„Neben einem Sporttest, mit dem geklärt wird, ob die Fitness-Anforderungen erfüllt sind, umfasst das zweitägige Auswahlverfahren noch ein Diktat, Rollenspiele, eine polizeiärztliche Untersuchung, psychologische Tests und ein Einzelgespräch“, führt die Strausberger Beraterin aus, die für den gesamten Landkreis zuständig ist. Genaue Anforderungen an die Bewerberinnen und Bewerber sowie Hinweise zum Auswahlverfahren gibt es im Internet unter www.polizei.brandenburg.de im Bereich Beruf & Karriere. „Natürlich können Interessierte mich direkt an Messeständen oder bei Schulveranstaltungen ansprechen oder sich über die verschiedenen Kanäle mit mir in Verbindung setzen“, schließt Martina Laue.

Etwa 400 Einstellungen gibt es jährlich an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg in Oranienburg, wo auch der größte Teil der Ausbildung erfolgt. Im mittleren Polizeidienst erfolgen ähnlich wie bei der dualen Berufsausbildung mehrere praktische Einheiten direkt in den Inspektionen. Auch hier kümmern sich Hauptkommissarin Laue und ihre Kollegen um die Betreuung der Nachwuchskräfte und erstellen Arbeitspläne – neben der täglichen Arbeit. Die Ausbildung im gehobenen Dienst entspricht hingegen eher einem dualen Studium an der Fachhochschule, bei dem wiederum zwei Praktika in den Dienststellen (Wach- und Wechseldienst sowie Kriminalpolizei/Kriminaldauerdienst) absolviert werden. Bei einem Malwettbewerb der Agentur für Arbeit, bei dem Kinder aufgerufen waren, ihren Traumberuf darzustellen, waren die Ordnungshüter ganz vorn dabei, gefolgt von Feuerwehr und Ärzten.

BU: Martina Laue vor der Polizeiinspektion in Strausberg.     Foto: BAB/sd

Kontakt:

Martina Laue

Polizeihauptkommissarin

Polizeiinspektion

Märkisch-Oderland

Einstellungsberaterin

Märkische Str. 1

15344 Strausberg

Telefon: 03341/330-1006

e-mail: einstellungsberatung.pimol@polizei.brandenburg.de

 

 

 

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