Regionalwetter

Nachrichten

Datum: 19.11.2018
Rubrik: Gesellschaft

Homo Humoris zwischen Heimat und Zuhause

Barbara Henniger feiert 80. Geburtstag – Themen findet sie immer wieder und stellt sie dar

Strausberg (sd). Selbst wenige Tage vor der Eröffnung ihrer neuen Ausstellung im Stadtmuseum 80 geworden, befasst sich Barbara Henniger auch mit dem Älterwerden. Während Dresden ihre Heimat ist, sei Strausberg ihr Zuhause geworden.

Nicht nur durch ihren gezeichneten Jahresrückblick am Silvestertag ist Barbara Henniger bekannt. Seit rund 50 Jahren wohnt die 1938 in Dresden geborene Henniger nun schon in Strausberg. „Die Frischluft aus dem Annatal, die Nachbarschaft die ländliche Idylle und dennoch Hauptstadtnähe tun mir gut“, so die bundesweit bekannte und vielfach ausgezeichnete Karikaturistin. Auf eine „wundervolle Zusammenarbeit“ blickt Bürgermeisterin Elke Stadeler und erinnert, dass Henniger vor zwei Jahren zur Ehrenbürgerin der Stadt ernannt wurde. „Ich muss selbst immer wieder lachen, wenn ich mir die vielen Darstellungen Strausbergs und unserer Probleme anschaue“, so Stadeler weiter. Ob Strausseepegel, Straßenbahn, S-Bahn, Poller und Altstadt – so ziemlich alles und jeder wurde wohl schon mit spitzer Feder dargestellt. Ihre Arbeiten haben ihr auch den Beinamen „Humoris Sapiens“ eingebracht.

Das Wesen einer Sache darzustellen und auf Sachverhalte aufmerksam zu machen, liegt Henniger besonders. Für Zeitungen, Bücher, Plakate, sogar T-Shirts und Ostereier gestaltet Henniger, die seit 1967 selbstständige Karikaturistin ist, bereits Bilder. Eine besondere Herausforderung war es für die Wahlstrausbergerin Henniger, ein Malbuch zu Strausberg besonders für Kinder Geflüchteter zu entwickeln. „Hier musste ich mich mehr an Vorlagen halten und kindgerechter arbeiten“, berichtet Henniger. Mit den Darstellungen sollen die Jüngsten sowohl die Stadt kennenlernen als auch Wissenswertes vermittelt bekommen.

Angesichts der zahlreichen Gratulanten zu ihrem 80. Geburtstag zeigt sich Henniger zur Vernissage im Stadtmuseum beeindruckt. Dabei ist es nicht ihre erste Ausstellung hier, wie Museumschefin Christa Wunderlich bemerkt. Einige ihre Werke vermacht Henniger dabei gleich dem Museum als Dauerexponate. Es sei eine angenehme und vielfältige Zusammenarbeit, so Wunderlich. „Die Bilder sollen nicht einfach in meinem Schrank liegen“, so Henniger und fügt hinzu: „Vielen Dank an das Team vom Museum. Noch gestern Abend haben wir einige Bilder umgehängt. Auch bis nach Feierabend sind die Mitarbeiter geblieben. Das ist nicht selbstverständlich.“

Weiter unterstreicht Barbara Henniger, dass sie in Strausberg ein neues Zuhause gefunden habe, während sie immer wieder gern in ihre Heimat Dresden zurückkehrt. Über ein Architekturstudium und eine Ausbildung zur Journalsitin führte ihr Weg. Als Linkshänderin hatte Henniger es oft nicht einfach. Die „böse Linke“ entwickelte sich zu einem geflügelten Wort in ihrem Leben. „Wer weiß, ob ich sonst Karikaturistin geworden wäre?“, sagt Henniger mit Blick auf ihre 80 Jahre.

So ist auch in der Ausstellung eine Selbstdarstellung zu finden mit der Bemerkung „Was denn - ich bin schon 80? Warum sagt mir denn keiner was?!“. Die Frage, ob sie ans Aufhören denke, mag Barbara Henniger nicht recht beantworten. So lange sie den Blick auf ihr Umfeld wahrt, gehe ihr jedenfalls sobald nicht der Stoff aus. „So lange ich wahrnehme und zeichnen kann, werde ich so schnell nicht verstummen“, schließt Barbara Henniger.

BU: Gute Kooperation: Henniger mit Elke Stadeler (links) und Christa Wunderlich (rechts) zur Vernissage.     Foto: BAB/sd

 

Weitere Meldungen aus dieser Rubrik

Freude über verlorene Wette

Strausberg (sd). Viele rote Mützen versammelten sich am Freitag vor dem Rewe-Markt in Hegermühle. Bei... [zum Beitrag]

Äpfel, gefilzt von Kinderhand

Herzfelde (sd). „Zwergenschloss“ trifft „Kachelbude“ könnte die Zusammenarbeit der Herzfelder Kita... [zum Beitrag]

Altlandsbergerin wurde ausgezeichnet

Altlandsberg/Potsdam (e.b./sd). Im Rahmen der Veranstaltung „100 Jahre Frauenwahlrecht“ wurden im... [zum Beitrag]

Kinder helfen Kindern

Über 40 Pakete konnten an der Hennickendorfer Grundschule „Am Stienitzsee“ bereits eingeladen und zur... [zum Beitrag]

Kopf-an-Kopf-Lesen wurde knapp...

Fredersdorf-Vogelsdorf (sd). Die Bühne in der Fred-Vogel-Grundschule wurde kürzlich zur Leseecke: Vor Jury... [zum Beitrag]

Gedenken im 99. Jahr

Über 40 Teilnehmer gedachten am Volkstrauertag am Denkmal der Gefallenen des ersten Weltkriegs der Opfer... [zum Beitrag]

Einsatz wird groß geschrieben

Rüdersdorf (sd). Hilfsbereitschaft und Engagement werden am Friedrich-Anton-von-Heinitz-Gymnasium groß... [zum Beitrag]

Kaisergeburt statt Kaiserschnitt

Strausberg (e.b./kti/sd). Mit der sogeannten Kaisergeburt wird im Krankenhaus Strausberg seit Kurzem eine... [zum Beitrag]

Einzelschicksale berühren sehr

Strausberg/Berlin (sd). Entlang des sogenannten Mauerweges kann zu Fuß und per Rad die Teilung... [zum Beitrag]