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Datum: 23.11.2018

Kommunalwahlcheck und Kino

Jugend-Demokratie-Konferenz zu Kommunalwahl und stärkerer Beteiligung der Kinder und Jugendlichen

Strausberg (sd). Ganz unter den Auswirkungen des Paragraf 18a der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg stand die Jugend-Demokratie-Konferenz. Die Teilnehmer lernten nicht nur einiges über ihre Mitwirkung an der Politik, sondern machten auch Vorschläge, wie sie die Stadt gestalten wollen.

Nach der Begrüßung ging es für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen vieler Strausberger Schulen in Workshops. Unter den Titeln „Endlich 18a!“, „Kommunalwahl-Check“, „Wahl des KJP“ und „Jugendzeitschrift“ ging es ganz gezielt um die stärkere Beteiligung an der Politik und Gestaltung der Stadt. „Dieses Mal ist alles konkreter als sonst bei der Kinder- und Jugendkonferenz“, sagt André Rose, der den 18a-Workshop leitete. Trotz zwei mal 90 Minuten Besprechungszeit sei es ein „strammer Plan“ gewesen und hätten die Themen noch länger besprochen werden können.

Große Tafeln, auf denen die Gedanken und Arbeitsergebnisse festgehalten wurden, trugen die Teilnehmer gegen 13 Uhr in die Ton-Halle, wo die abschließende Auswertungsrunde stattfand. Dass eine stadtweite Jugendzeitung gut geplant und abgestimmt sein sollte, stellten die Workshopteilnehmer in ihrer Präsentation fest. Dazu befassten sie sich mit den Aufgaben der Politiker, Themen, Inhalten, Form und Preis des angedachten Kinder- und Jugendmediums. Vor allem Finanzierung und Vertrieb wurden als schwierig festgehalten. Zudem müsse sich ein Redaktionsteam zusammenfinden. Angedacht ist auch ein Wendedesign, sodass Kinder und Jugendliche ihre eigenen Seiten bekommen. Weiterhin wurde angedacht, sowohl digital als auch im Print zu veröffentlichen.

„Es gibt bereits Jugendabteilungen bei Zeitungen und allerlei Schülerzeitungen. Soll das Projekt ganz neu gestaltet werden oder an verschiedenen Stellen andocken“, fragt Karoline Erping vom Kinder-, Jugend- und Familien-Büro der Stadt. Bis zur angedachten ersten Ausgabe im nächste Jahr gäbe es noch viel zu tun. Außerdem hoffen die Aktiven auf Unterstützer und Sponsoren.

Welche politischen Ebenen gibt es, was ist wo geregelt, wer ist wie für was verantwortlich? Wo können die jüngeren Einwohner mitwirken? Fragen, mit denen sich die Teilnehmer des zweiten Workshops befasst haben. Zur Wahl des neuen Kinder- und Jugendparlaments (KJP) am

20. Februar 2019 sollen alle Strausberger Schulen Kandidaten und Vertreter entsenden. Noch im Dezember sollten sich Bewerber vorstellen. Insgesamt würde die Vertretung der Strausbergerinnen und Strausberger unter 18 auf über 30 anwachsen, also gut dreimal so viele wie derzeit. Gleichzeitig wurde appelliert, dass natürlich auch Wahlhelfer benötigt werden.

Neben der Form der umfassenderen Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen, wurde im dritten Workshop eine Online-Umfrage des Kinder- und Jugendparlaments ausgewertet. „Bevor wir mit der Arbeit loslegen, müssen wir wissen, was die Kinder und Jugendliche interessiert, was sie betrifft und wie sie sich einbringen wollen“, heißt es zu Beginn. Hervorgehoben wurde, dass es „nichts gibt, das uns nicht interessiert“. Geordnet nach Mitwirkung, Mitsprache und Mitentscheidung wurden die Ergebnisse vorgestellt.

Kita, Schulen und Infrastruktur sollen mehr mit den Kindern geplant und gestaltet werden, Stadtfeste sollten mehr für Kinder bieten und das Kino wiederbelebt werden. Sogar Jugendcafé, Sozialarbeit an Schulen, Angebote zur Prävention von Mobbing und psychischen Problemen gehörten zu den Ergebnissen des letzten Workshops „Kommunale Mitbestimmung“. Mit Blick auf die Kommunalwahl stellten die Vortragenden fest, dass Politiker zu selten auf die Bedürfnisse der Jüngsten eingehen. Mit einem eigenen Wahl-O-Mat, dem Kommunalwahlcheck solle mit gezielten Fragen den Bewerbern auf den Zahn gefühlt und der Fokus auch auf Kinder und Jugendliche gelenkt werden.

„Es ist beeindruckend, was für Gedanken sich die Teilnehmer gemacht haben. Das hat auch meinen Blick auf neue Schwerpunkte gelenkt“, fasst der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend, Kultur, Sport und Soziales, Gregor Weiß, zusammen. Viele Fragen könne sich der Kandidat der Linken für den Landtag im Wahl-O-Mat gut vorstellen. Weiter überlegt der Stadtverordnete Gregor Weiß, ob dem neuen Kinder- und Jugendparlament auch innerhalb der Stadtverwaltung eine Art kleiner Haushalt zur Verfügung stehen sollte. Insgesamt böten solche Veranstaltungen Hilfe und Anhaltspunkte, wo Kinder- und Jugendliche stärker mitgenommen werden wollen und was für besondere Bedürfnisse sie haben. „Es bleibt spannend, wie sich die neue, intensivere Beteiligung entwickelt“, schließt Weiß.

„Vor allem brauchen wir Kinder und Jugendliche, die sich neben der Schule und den anderen Dingen des Alltags für ihre Generationen einsetzen und stark machen. Ohne ihre gewählten Vertreter läuft es nicht“, mahnt Anja Looke, die in der Stadtverwaltung unter anderem für das Kinder- und Jugendparlament verantwortlich ist. Interessierte können indes im Internet unter www.jupa-srb.de alle Informationen, Kontakte, Ergebnisse und aktuelle Entwicklungen finden.

BU: Vielfältige Gedanken und Ergebnisse wurden zur gemeinsamen Auswertungsrunde der Jugend-Demokratie-Konferenz in der Ton-Halle vorgestellt und diskutiert.     Foto: BAB/sd

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