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Datum: 12.12.2018
Rubrik: Gesellschaft

„Gigantisches Potential!“

Landrat Kurth trifft auf seiner Tour entlang des Finowkanals auf engagierte Unternehmer

Barnim (hs). Bevor der Finowkanal in seinen wohlverdienten Winterschlaf fallen kann, widmete in der vergangenen Woche die Politik ihre geballte Aufmerksamkeit der Wasserstraße. Landrat Daniel Kurth nahm sich einen ganzen Tag Zeit, um bei einer Tour entlang des Kanals mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die in diesem historischen Bauwerk mehr sehen als nur eine Trasse für Boote, Kanus und Flöße. Kurth besuchte vier Unternehmen und konnte feststellen, dass es Geschäftsleute gibt, die nicht nur von der Chance Finowkanal sprechen, sondern ihr wirtschaftliches Dasein eng mit ihm verknüpfen. Egal ob beim Bootsdicount Seerose in Eberswalde, auf dem TriangleCampingplatz in Niederfinow, bei der Marina Oderberg oder im Marina Park Eberswalde, überall vernahm der Landrat, dass die Unternehmer durchaus wollen, bereit wären, noch mehr zu investieren. Einen Strich durch die Investitionspläne macht aber die Unsicherheit, ob der Finowkanal auch zukünftig durchgehend beschiffbar bleibt. So zum Beispiel möchte Alf Dürre, Inhaber des Marina Parks, gerne eine Slipanlage bauen, um größere Boote aus dem Wasser in seine Bootshalle zu bekommen. Bisher behilft er sich mit einem mobilen Kran, den Dürre jedes Mal anmieten muss. Eine solche Anlage kostet allerdings 500.000 Euro. Was wenn er das Geld investiert, aber in einigen Jahren die Schleusen auf dem Finowkanal nicht mehr funktionieren und ein Bootsverkehr unmöglich wird?

Keinesfalls ein übertriebenes Schreckensszenario. Denn noch immer ist es ungewiss, was mit dem Kanal zukünftig passiert. Fakt ist, dass er als Wasserstraße derzeit dem Bund gehört. Aber ebenso klar ist es, dass der Bund den Finowkanal lieber heute als morgen abgeben möchte. An wen, ist die große Frage. Ideen und Vorschläge gibt es reichlich. Klar aber ist, dass auf den neuen Eigentümer Sanierungskosten für die Schleusen zukommen, deren Höhe überhaupt nicht abschätzbar sind. Auch wenn der Bund die Braut Finowkanal mit der Zusage, sich zur Hälfte an den Kosten der Sanierung zu beteiligen, aufgehübscht hat, ist es gerade für die Anrainerkommunen ein nicht kalkulierbares finanzielles Risiko. Wichtig sind daher zwei Dinge, so Kurth. So möchte er sich einen Überblick über den derzeitigen Zustand der Schleusen und deren Sanierungsbedarf verschaffen. Zum anderen ist es wichtig, Gespräche in alle Richtungen und mit allen Partnern zu führen. Dies sieht er auch als seine Aufgabe als neuer Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg (WIN AG), soll doch der Finowkanal künftig eine wichtige Rolle im Wassertourismus spielen. Dass darin ein riesiges Potential liegt, hat der Landrat auf seiner Tour entlang des Kanals gespürt. Nun heißt es anpacken, um diesen Schatz auch zu heben. (Bildquelle: Blitz/hs)

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