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Datum: 13.12.2018
Rubrik: Gesellschaft

Weihnachtsessen und Kontakt knüpfen

Drittes Gänseessen für Bedürftige – Unternehmer unterstützen und wollen zusammenbringen

Strausberg (sd). Das weihnachtliche Gänseessen ist sicherlich für viele eine feste Tradition. Doch aus den unterschiedlichsten Gründen können einige Menschen sich dieses Weihnachtszeremoniell nicht leisten, weshalb auch in diesem Jahr zum „Gänseessen für Bedürftige“ in das Volkshaus Strausberg Nord eingeladen wurde.

Mit der dritten Auflage des „Gänseessen für Bedürftige“ kann wohl bereits von einer Tradition gesprochen werden. Arno Schulz, ehemaliger Geschäftsführer von LKK Klimatechnik, TGA-Geschäftsführer Matthias Böhme sowie Knut Sprenger vom gleichnamigen Heizungs- und Sanitärbetrieb organisierten das besondere Weihnachtsessen. „Wir haben nicht nur eine Verantwortung für unsere Unternehmen, sondern auch der Gesellschaft gegenüber“, erklärt Matthias Böhme den Hintergrund der Aktion. Die Gesellschaft drifte immer mehr auseinander, Abstände auf der Wohlstandsskala würden größer.

Bereits seit dem letzten Jahr können zunehmend mehr Neu-Strausbergerinnen und -Strausberger sowie Kinder begrüßt werden. Etwa 30 Leute fanden sich im Gästeraum des Volkshaus Nord ein. Für Doris Grewe, die gerade ein Demokratie-Projekt mit Geflüchteten aus Eritrea, Kamerun, dem Irak, der Türkei, Tschetschenien und Pakistan durchführte, ist es praktisch auch der krönende Abschluss. Frei nach dem Motto „Keine Angst vor dem Unbekannten – wir machen uns bekannt“, hat die Mitarbeiterin des Internationalen Bund (IB) Region Nord-Ost mit Vertretern aus Wohnverbänden gearbeitet.

„Deutsch ist die Sprache, die zehn Nationen zusammenbringt. Wir haben die Stadt besser kennengelernt und waren auch beim Strausseelauf dabei“, so Doris Grewe. Unterstützt von der Stadtverwaltung, dem SEP und KSC ging es unter anderem darum, das Leben in der eigenen Wohnung praxisgerecht zu lernen, beispielsweise beim Energiesparen. „Wir haben auch Synergien vor Ort entwickelt. So hat eine alleinstehende Oma ein paar Flüchtlingskinder adoptiert“, berichtet Grewe. Im nächsten Jahr soll ein Trommelprojekt mit Gästen aus Ghana durchgeführt werden.

Neben dem klassischen Gänsebraten mit Klößen, Rot- und Grünkohl gab es auch wieder Nudeln mit Tomatensoße. Damit wird auch Saida Gairbekova und ihrer Familie aus Tschetschenien entgegengekommen, da sie aus religiösen Gründen einige Fleischarten nicht essen dürfen. Vor allem für die sechs Kinder ist das Angebot „etwas richtig Schönes“. Sylvie Sonfack Nguessong aus dem Kamerun lebt seit vier Jahren in Deutschland und war bereits letztes Jahr beim Gänseessen dabei. „Das Essen ist sehr lecker, für meine Kinder gibt es ein kleines Geschenk und wir kommen mit anderen Leuten ins Gespräch“, erklärt sie.

Noch ein paar süße und herzhaftere Spezialitäten aus dem arabischen und afrikanischen Raum haben Hadil Al-Aaibi und einige Frauen aus dem IB-Projekt mitgebracht.  Es gehe ihr weniger um das Essen als um die gemeinsame Zeit und den kulturellen Austausch, erklärt die Irakerin. Ihr Sohn Ramis Al-Bhrani freut sich auf das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern und hat sich schon ein paar Texte herausgesucht. Kontakte zu den Wohngruppen und bedürftigen Bürgerinnen und Bürgern entstanden unter anderem durch Grit Kleemann-Kühn und ihre Kollegen vom Fachbereich Bürgerdienste. Andere wurden direkt von ihren Betreuern angesprochen. Kontakte seien das wichtigste bei solchen Veranstaltungen, wissen auch die Organisatoren.

Die „ganz schöne Atmosphäre“ lobt Simone Jenning, die mit einer Freundin und deren Tochter das erste Mal bei dem Essen ist. Über eine Betreuerin hat sie von dem Angebot erfahren und freut sich, „sich untereinander besser kennenzulernen“. „Es ist eine gute Maßnahme für Bedürftige“, findet Gerd-Reinhard Quezzeleit und lobt die Organisation und das Essen. Auch er freut sich, neue Kontakte zu knüpfen und kommt gerne wieder.

Nach der Premiere des Gänseessens kam Knut Sprenger mit „ins Boot“ und unterstützt seit dem in der Organisation mit. Sollte die Veranstaltung größer werden, gäbe es bereits Interessenten, die bei mehr als 50 Personen helfen. Die Möglichkeiten, wieder näher an die Mitmenschen zu gelangen und zu helfen, seien vielfältig, so Matthias Böhme mit einem Appell, mehr auf die Leute im Umfeld zuzugehen.

BU: Etwa 30 Gäste fanden sich dieses Jahr zum Gänseessen für Bedürftige ein. Die Organsiatoren mischten sich unter die Besucher und knüpften neue Kontakte.     Foto: BAB/sd

 

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