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Datum: 11.01.2019

Feuerwehr stiftet Identität

Bernauer Kameraden feierten mit Gästen aus Politik und Wirtschaft den Beginn des neuen Jahres

Bernau (fw). Während in einer Feuerwehrwache zumindest kurz vor Einsätzen ziemliche Aufregung, Hektik und Gewusel herrschen muss, war die Stimmung vergangene Woche Donnerstag eher gelassen, denn es wurde gefeiert. Die Freiwillige Feuerwehr veranstaltete gemeinsam mit ihrem Förderverein den alljährlichen Neujahrsempfang. Zu Gästen zählten nicht nur jede Menge Feuerwehrmänner und –frauen, sondern auch politische Vertreter vom Land, Kreis und Stadt sowie Sponsoren. Jürgen Herzog, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins, dankte vor allem den Kameraden. Bestürzt reagierte er auf Vorfälle in der Silvesternacht, in denen Rettungskräfte erneut angegriffen wurden. Er forderte die Politik dazu auf, diese Vergehen stärker zu ahnden.

Einen Rückblick auf das vergangene Jahr gab Stadtwehrführer Jörg Erdmann. In 2018 rückten die fünf Löschzüge der Stadt insgesamt 443-mal aus. Dabei hatten sie es 163-mal mit Bränden und 280-mal mit Hilfeleistungen zu tun. Durch den extrem trockenen Sommer kam es zu einem Flächenbrand in Schönow, der drohte, sich auf den umliegenden Wald auszuweiten. Die Bernauer Kameraden kamen auch bei großen Waldbränden in Treuenbrietzen und Fichtenwalde zum Einsatz. Insgesamt waren 2018 vier Todesfälle zu beklagen, unter anderem bei einem Garagenbrand im Juli in Schönow, wobei eine Person starb. 31 Personen wurden im Verlauf des vergangenen Jahres aus misslichen Situationen befreit.  

Hinsichtlich der Mitgliederzahl zeigte sich Erdmann zufrieden. So wurden zum Stichtag 31. Dezember 2018 insgesamt 335 Kameraden gezählt, 192 von ihnen befinden sich im aktiven Dienst. Personell am stärksten ist der Löschzug der Stadt besetzt, vor den Ortswehren in Schönow, Ladeburg, Lobetal und Birkholz. Auch der positive Trend in der Nachwuchsgewinnung hält an. Um sicherzustellen, dass der Nachwuchs entsprechend betreut und ausgebildet werden kann, musste eine Obergrenze gesetzt werden, die durch die 66 Mitglieder der Jugendfeuerwehr nun erreicht ist. Acht Jugendliche wurden bei der Veranstaltung in die Löschzüge übernommen. Sie werden im März ihre Grundausbildung absolvieren und sind danach berechtigt, an Einsätzen teilzunehmen.

Bernaus Bürgermeister André Stahl zog als Dienstherr der Freiwilligen Feuerwehr ein durchaus positives Fazit: „Wir konnten alle Einsätze bewältigen und darauf sind wir stolz.“ Dafür drückte er seinen Dank aus und versicherte, dass die Stadt auch weiterhin daran arbeite, die Bedingungen zu verbessern. Ein großes Vorhaben ist diesbezüglich eine neue Feuerwehrwache für den Löschzug Stadt. Dafür wird eine Immobilie in der Weißenseer Straße ins Auge gefasst. Die Verhandlungen seien recht weit, sagte Stahl in seiner Ansprache. Er hob auch hervor, dass die Feuerwehr nicht nur für Sicherheit sorge, sondern auch identitätsstiftend für eine Kommune sei. „Dabei ist die  Alters- und Ehrenabteilung genauso wichtig wie die Jugendfeuerwehr“, so der Bürgermeister.

Bei der Feierlichkeit wurden auch diejenigen geehrt, die sich besonders für die Feuerwehr engagieren. Der Florian, eine Figur, die den Schutzpatron der Feuerwehr darstellt, wurde dreimal vergeben. Der Kamerad Matthias Wilke leitet seit neun Jahren die Sportabteilung und sorgt dafür, dass seine Kollegen fit bleiben. Von der Auszeichnung war er überrascht. „Nach 26 Jahren bei der Feuerwehr freue ich mich aber darüber“, so der Ladeburger. Feuerwehrmann Andreas Urban übernimmt allerlei Aufgaben. So stand er am Abend des Empfangs beispielsweise hinter der Theke. Für seine vielfältige Einsatzbereitschaft wurde er geehrt. Unternehmer Michael Kessmann sponsort den Förderverein seit einem Jahr, zuvor förderte der Geschäftsführer von KMG Messebau den Diskus-Olympiasieger Christoph Harting. Nun möchte er etwas für die Region tun und bringt sich auch beim BSV Rot-Weiß Schönow ein. Eine Ehrenmedaille wartet auf die stellvertretende Bernauer Bürgermeisterin Michaela Waigand. Bernd Falkenthal, Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg, hob ihre besondere Unterstützung der Feuerwehr und ihren Verbänden hervor. Da die Preisträgerin krank war, konnte sie ihre Auszeichnung nicht entgegen nehmen. Die Übergabe soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Foto: Lotte Rieffel

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