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Datum: 01.03.2019

Eine Schwimmhalle für Bernau?

CDU will Diskussion wieder aufnehmen / Projekt ist Leuchtturm im Kommunalwahlprogramm

Bernau (fw). Ein Leuchtturm im Kommunalwahlkampf der Bernauer Christdemokraten ist ein Schwimmbad für den südlichen Barnim. Darüber informierten der Stadtverbandsvorsitzende Daniel Sauer und der Fraktionsvorsitzende Othmar Nickel bei der Vorstellung ihres Wahlprogramms mit dem Titel „Mit ganzem Herzen für unsere Stadt“ kürzlich in Bernau. Damit wollen sie in eine alte Diskussion aufleben lassen. Bestrebungen auf diesem Gebiet gab es bereits Ende der 1990er- und Mitte der 2000er-Jahre. Seitdem seien viele Jahre vergangen und es habe sich einiges geändert. Daher will die CDU eine neue Auseinandersetzung mit dem Thema anschieben. Rückendeckung hat sie dabei von ihren Ortsverbänden in Wandlitz und Panketal. Sauer betonte, dass es sich dabei nicht um ein Spaßbad handelt, sondern um eine Schwimmhalle, die von Schulklassen, Vereinen und Sportlern genutzt werden könnte. Dort könnte auch das Kita-Schwimmen stattfinden, das derzeit im Freibad Waldfrieden veranstaltet wird und dementsprechend wetterabhängig ist. Dass sich eine solche Einrichtung nicht selbst trägt, ist den Ideengebern bewusst. Es müsse eine Organisationsstruktur gefunden werden, die Defizite so gering wie möglich halte. Für das Vorhaben erhoffen sie sich unter anderem Unterstützung vom Landkreis.

Ein weiteres Vorhaben ist die Einführung des so genannten „Heimat-Euros“, der dazu dienen soll, die Ortsteile zu stärken. Vorgesehen ist eine Art Budget, aus dem Ortsbeiräte Anliegen finanzieren, die im Haushalt der Stadt keinen Platz haben. Als Beispiel nannte Sauer einen Verkehrsspiegel, den sich viele Ladeburger wünschen, der von der Verwaltung aber als unnötig erachtet werde. „Es muss klar geregelt sein, dass der Ortsbeirat über bestimmte Maßnahmen bestimmen kann“, so Sauer, der auch Mitglied im Ortsbeirat Ladeburg ist. Die Höhe des jeweiligen Budgets soll sich an der Bevölkerungszahl orientieren. Damit soll ein gewisses Gleichgewicht zwischen den Ortsteilen hergestellt werden.

Kritisch beobachtet die CDU den Wachstum Bernaus. Sie lehnt derzeitige Vorhaben ab, wonach auf einem ehemaligen Kasernengelände an der Schwanebecker Chaussee ein weiterer Stadtteil entsteht. Dort sollen 2.000 Wohnungen entstehen, die nicht nur mehr Zuzug, sondern auch mehr Verkehr bedeuten würde. Um andere Lösungen zu finden, wollen die Christdemokraten mit dem Investor, Verantwortlichen der Stadtverwaltung und den Bürgern in einen Dialog treten. Um die dörfliche Struktur der Ortsteile zu bewahren, sprechen sie sich gegen eine Umgehungsstraße in Ladeburg und die Ausweisung neuer Baufelder in Schönow aus. Stattdessen sollen sozialer Wohnungsbau und die Ausweisung günstigen Baulands für junge Familien im Mittelpunkt der Stadtplanung stehen.

Neben diesen Themen stehen unter anderem auch ein funktionierender Verkehr, eine Rekommunalisierung des Kita-Essens sowie ein Ärztehaus für Friedenstal und Schönow auf der Agenda der Bernauer CDU. Sie tritt mit 26 Kandidaten zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung am 26. Mai 2019 an. Die Anzahl der Bewerber hat sich damit nach Partei-Angaben mehr als verdoppelt. Für vier Ortsbeiräte haben sich 14 Bewerber für die CDU aufstellen lassen. Unter ihnen sind viele bekannte Gesichter, aber auch neue Vertreter. Diese Mischung war es auch, die das Wahlprogramm mitgestaltete. „Wir gehen mit einem neuen ‚Spirit‘ an die Dinge heran“, fasste es Daniel Sauer zusammen.

Foto: Frank Wollgast

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