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Datum: 01.03.2019
Rubrik: Gesellschaft

Abschied von "liebenswertem Original"

Bernauer gaben Eckhard Illge auf Trauerfeier die letzte Ehre

Bernau (fw). Die Bernauer nahmen vergangene Woche Donnerstag in einer öffentlichen Gedenkveranstaltung im Ofenhaus Abschied vom stellvertretenden Bürgermeister Eckhard Illge. Der 62-Jährige war am 8. Februar 2019 nach schwerer Krankheit gestorben. Trotzdem kam der Tod des langjährigen Verwaltungsmitarbeiters für viele seiner Kollegen und Weggefährten völlig unerwartet.

Bernaus Bürgermeister André Stahl würdigte den ehemaligen Dezernenten als ein „liebenswertes Original“, das nicht gern im Mittelpunkt stand. „Heute lässt es sich leider nicht vermeiden“, sagte Stahl in seiner Rede. Zwar habe der gebürtige Bernauer nicht immer nach dem Verwaltungshandbuch gehandelt, doch er habe sich als Macher stets für pragmatische Lösungen eingesetzt und sich als Chef immer vor seine Mitarbeiter gestellt. Seine Verbundenheit zur Stadt und seine Spontanität kamen auch bei einer Werbetour für das Hussitenfest zum Ausdruck, wie Stahl in einer Anekdote berichtete. Als „Ecki“ und seine Mitstreiter merkten, dass sie in Schönwalde am falschen Gleis auf einen Zug warteten und sie ihn darauf hin fasst verpassten, stellte sich Illge kurzerhand auf die Schienen, um die Lok zum Stehen zu bringen. Das tat sie auch und die  Werbetour konnte daraufhin im Zug fortgesetzt werden. Ein Beispiel für seine ungewöhnliche und praktische Herangehensweise. Mit den Worten „Danke, Ecki!“ verabschiedete Stahl seinen geschätzten Mitarbeiter.

Landrat Daniel Kurth lobte, dass Eckhard Illge nach der Wende sofort Verantwortung für seine Stadt übernahm, als er seine leitende Tätigkeit als Dezernent für Bauen, Kultur und Soziales in der Verwaltung übernahm. „Zeiten des Umbruchs forderten unkonventionelle Entscheidungen und dazu waren besondere Fähigkeiten, Mut und Tatendrang nötig“, so Kurth in seiner Ansprache. Illge habe Steine aus dem Weg geräumt und stets das Beste für Bernau und den Kreis im Blick gehabt. „Dafür verneige ich mich vor ihm“, sagte Kurth.

Illge hatte eine tragende Rolle bei der Städtepartnerschaft mit Skwierzyna und prägte die deutsch-polnische Freundschaft maßgeblich mit. Dazu war er oftmals in der Partnerstadt und baute enge Beziehungen auf. Der beste Beweis dafür war die Teilnahme des dortigen Bürgermeisters Leslaw Holownia an der Trauerfeier. „Wir sind schnell Freunde geworden“, erinnerte er sich in seiner Rede, die aus dem Polnischen übersetzt wurde. Seit ihrer ersten Begegnung vor 23 Jahren nahmen sie an Veranstaltungen teil, sprachen über gemeinsame Vorhaben und sorgten für einen lebendigen Kulturaustausch. Bei seinen Besuchen in Polen ging „Ecki“ gern spazieren. Bei einem seiner Ausflüge entdeckte er eine sehr alte Eiche, die nun nach ihm benannt werden soll.  „Er war ein offener und ehrlicher Mensch“, sagt der Bürgermeister der Partnerstadt, bevor er Illges Frau und Töchtern seine Anteilnahme ausdrückte. Wie eng Illge mit Bernau verbunden war, zeigte auch der Wunsch seiner Familie, nicht in Blumen und Kränze zu investieren, sondern an gemeinnützige Projekte der Stadt zu spenden.

Foto: Frank Wollgast

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