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Datum: 08.05.2019
Rubrik: Kunst & Kultur

Farbenfroher Hingucker

Jugendliche und Künstler gestalten die Wand neben dem Fahrradparkhaus mit Graffiti

Bernau (fw). Der Bahnhofsplatz in Bernau ist bunter geworden. Dafür sorgten Schüler des Paulus-Praetorius-Gymnasiums zusammen mit den Künstlern David „Juger“ Gehlhaar und Stefan „Gris“ Seibt. Gemeinsam entwarfen sechs Teilnehmer eine Collage, die bis Mittwoch auf einer Mauer neben dem Fahrradparkhaus mit Graffiti aufgebracht wurde. Entstanden ist eine farbenfrohe Mischung: Neben der Marienkirche sind ein „Bernau“-Schriftzug und fantasievolle Motive wie beispielsweise ein Einhorn oder ein Regenbogen zu sehen. Das passt zum Motto „Bernau bleibt bunt“.

Dabei bringt der Untergrund eine gewisse Herausforderung mit sich, denn die Mauer bröckelt vor sich hin, so dass die Oberfläche uneben ist und die Farbe an manchen Stellen nicht haftet. „Wir haben uns die Mauer angeschaut und überlegt, was wir machen“, erzählt Gehlhaar, der auch Musiker ist und als art@tagz Songs veröffentlicht. Die Gruppe hat beschlossen, diese Stellen einfach auszusparen und sie so ins Gesamtbild zu integrieren. Das gibt dem Werk das gewisse Etwas.

Eifrig bei der Gestaltung sind auch Francesca Grübner und Leonie Zimmermann. Die Schülerinnen interessieren sich für Kunst und freuen sich darüber, sich an einem so öffentlichen Ort verewigen zu dürfen. Dazu kommt, dass sie mit einer Technik experimentieren können, mit der sie bisher keine Erfahrung hatten. „Hier kann man machen, was sonst illegal ist“, sagt Francesca, die einen Hut samt Feder auf die Wand bringt. Leonie findet, dass die Umsetzung schwieriger als gedacht ist. „Es macht aber auch mehr Spaß“, so die Elftklässlerin des Praetorius-Gymnasiums.  

Das Kulturamt übernahm die Federführung des Projektes und trat mit „Juger“ in Kontakt, der Kunst-Workshops an Schulen anbietet. „Für mich war klar, dass ich Gris dazu hole. Er hat noch mehr Dosen-Praxis“, sagt der Künstler. Vergangene Woche Donnerstag lernte sich die Gruppe kennen und schaute sich die Wand vor Ort an. Nach einem Brainstorming ging es am Folgetag in die Entwurfsphase im Kunstraum Innenstadt. Am vergangenen Wochenende lag der Entwurf im Rahmen des Tages des offenen Ateliers im Café Alte Post aus und wurde von einem ersten Publikum betrachtet. Danach ging es an die dreitägige Umsetzung. Zwar war das Wetter etwas wechselhaft und es gab leichten Regen, doch alle Beteiligten hielten durch, weil für sie der Spaß an erster Stelle stand.

Das Projekt geht auf einen Beschluss der Bernauer Stadtverordnetenversammlung zurück. Ursprünglich sollte das Graffiti die Fassade des Fahrradparkhauses am Bahnhof schmücken. Im Zuge der Planung sowie Gesprächen mit der Deutschen Bahn zeigte sich, dass der architektonische Entwurf des Fahrradparkhauses eine nachträgliche Gestaltung nicht zuließ. Deshalb wurde entschieden, die Wand daneben als Graffiti-Grundlage zu verwenden. Insgesamt hat das städtische Kulturamt 6.000 Euro für die künstlerische Jugendarbeit eingeplant.

Foto: Frank Wollgast

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