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Datum: 24.06.2019

Großeinsatz: Handelscentrum in Flammen

Aufgrund Gefahrenlage übernahm Landkreis Einsatzleitung – Weiteres Übergreifen der Flammen verhindert – Löscharbeiten bis Sonntagfrüh – Ursachenforschung läuft

Strausberg (sd). Der Ausbruch eines Brandes am Handelscentrum, dem größten Einkaufszentrum des Landkreises, hielt Strausberg am Samstagabend in Atem. Rund 170 Einsatzkräfte mit 45 Fahrzeugen waren vor Ort.

Etwa gegen 20.30 Uhr wurde ein Feuer an einem Reifenlager einer Kfz-Werkstatt gemeldet. Schnell griffen die Flammen auf das benachbarte Gebäude über, „fraßen sich zunächst fast unbemerkt“ unter die Dachkonstruktion, wie Sebastian Nestroy beschreibt. Innerhalb kürzester Zeit standen so der Elektronikfachmarkt Medimax und der benachbarte Drogeriemarkt Rossmann sowie die vorgelagerten Ladenflächen der Theaterkasse, eines Schmuckladens und ein Lederwarengeschäft in Flammen, so der Kreisbrandmeister weiter. Die Kameradinnen und Kameraden der Strausberger Feuerwehr waren schnell vor Ort, doch da der Brand aufgrund der Witterung und des Windes nur schwer unter Kontrolle zu bekommen war, wurden auch Wehren umliegender Kommunen hinzugezogen.

„Aufgrund der schwierigen Einsatzlage übernahm der Landkreis hier die Einsatzleitung“, ergänzt Thomas Berendt, Pressesprecher der Kreisverwaltung. Nachdem die Lage soweit unter Kontrolle war, wurde die Einsatzleitung wieder an die Strausberger Feuerwehr zurückgegeben. Unter anderem aus Petershagen/Eggersdorf, Rehfelde, Rüdersdorf, Garzau, Buckow, Neuenhagen, Fredersdorf-Vogelsdorf wurde Verstärkung hinzugezogen. Auch Vertreter des Landeskatastrophenschutzes der DLRG-Ortsgruppe Hennickendorf waren vor Ort.

Per Wasserwand wurde ein weiteres Übergreifen der Flammen, die der auffrischende Wind immer mehr in Richtung des Büroturms drückte, soweit möglich verhindert. Etwa gegen 22.30 Uhr hieß es schließlich, eine „weitere Ausbreitung des Brandes ist unwahrscheinlich“. Doch Entwarnung bedeutete dies kaum. Die Rettungskräfte waren bis in die Sonntagmorgenstunden damit beschäftigt, alle Brandnester zu löschen.

Per Messwagen wurde die Konzentration schädlicher Stoffe sowie des Rauches ermittelt und eine Zeit lang dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Während sich vor allem in den sozialen Medien immer mehr Bilder und Videos vom Geschehen fanden, war die kilometerhohe Rauchsäule weit im Umkreis, unter anderem bis Schöneiche und sogar Berlin, sichtbar

Nach einer ersten Einschätzung direkt vor Ort, haben die Flammen etwa 2.000 Quadratmeter Ladenfläche zerstört. Inwiefern durch Rauch, Hitze und Löschmittel weiterer Schaden entstanden ist, muss sich noch zeigen. Auch zur Brandursache konnten keine Angaben gemacht werden. Unter anderem beschädigte die Hitze die Reklame am Büroturm und nach ersten Erkenntnissen auch Fenster und Türen.

„Wir müssen zunächst den Gesamtschaden begutachten und feststellen, wie weit das Gesamtsystem beeinträchtigt ist. Glücklicherweise sind keine Menschen zu Schaden gekommen“, so Centermanager Stefan Dorster. Auch Eventmanager Maurice Lindemann und Pressesprecher Christoph Wilhelm von TLG Immobilien, denen das Center gehört, waren schnellstmöglich vor Ort. Aufgrund der extremen Bedingungen durch Brand und Hitze wurde ein Mitglied der Einsatzkräfte wegen Entkräftung im Strausberger Krankenhaus behandelt. Bürgermeisterin Elke Stadeler ließ zusätzlich die Versorgung der Freiwilligen vor Ort durch das E-Center sicherstellen, während „die Stadt die Kosten übernimmt“. „Es ist ein Schaden am Herzen der Stadt, das auch für die Region von Bedeutung ist“, so Elke Stadeler.

Der vordere Bereich des Centers wird zunächst gesperrt bleiben, während die anderen Geschäfte eventuelle Schäden prüfen müssen. Die Kriminalpolizei übernimmt die Ermittlungen. Dennoch haben die meisten Geschäfte am Montag wieder geöffnet. „Das ist auch ein Zeichen, welches damit gesetzt wird“, ergänzt Maurice Lindemann. Schon von Weitem bot sich am Sonntagmorgen, nachdem gegen 5.30 Uhr alle Brände gelöscht waren und die Einsatzkräfte nach mehr als achtstündigem Einsatz abrückten, ein Bild der Verwüstung. Wie später bekannt wurde, mussten mehrere Einsatzkräfte erschöpfungsbedingt aufgrund der extremen Bedingungen behandelt werden. Doch bereits am Sonntagmorgen zog es wieder zahlreiche Schaulustige auf das Gelände. Samstagabend drängten sich Menschen so dicht entlang der Absperrung, missachteten diese teils sogar, um bessere Bilder zu bekommen, dass zeitweise der Verkehr stark eingeschränkt war. „Wir kamen teils nicht vom Fleck, trotz Warnblinkanlage und Hinweisen“, ergänzt Bürgermeisterin Elke Stadeler.

Nach Auskunft der Polizei am Montagmorgen wurden die kriminaltechnischen Untersuchungen vor Ort im Großen und Ganzen zunächst abgeschlossen. Als Ursache wird indes Brandstiftung vermutet, wie Pressesprecher Ingo Heese erklärt. Mutmaßungen, wonach Kinder den Brand gelegt haben sollen, können nicht bestätigt werden. Nun laufen die weiteren Untersuchungen.

Fotos: BAB/sd

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