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Datum: 28.06.2019

Teurer Jungenstreich: Brand im Handelscentrum

12- und 13-jährige Jungen verantwortlich – zahlreiche Hinweise unterstützten

Strausberg (sd). Der Brand im größten Shoppingcenter des Landkreises in der Nacht vom 22. zum 23. Juni bewegt die Gemüter nach wie vor. In einem Pressegespräch konnten am Freitagvormittag seitens der Polizei Hintergründe aufgeklärt und über die Täter informiert werden. 

Bereits kurz nach dem Brand im Handelscentrum, der von 170 Einsatzkräften aus dem ganzen Landkreis unter Kontrolle gebracht und schließlich bis Sonntagmorgen gelöscht wurde, rankten sich schnell Gerüchte über die Brandursache. In einem Pressegespräch präsentierten die Ermittler nun ihre Ergebnisse und konnten zumindest einen Teil der Gerüchte bestätigen. Tatsächlich handelt es sich um zwei Jungen, die den Brand gelegt haben. In einer ganzen Reihe von Sachbeschädigungen durch Brandlegung, die in den letzten Wochen stärker als im Vorjahr verzeichnet wurden, stellt dieser Brand den bislang schwersten Vorfall dar. Zur Ermittlung der Ursache und Täter wurde umgehend die Einsatzgruppe „Phoenix“ unter der Leitung von Kriminalhauptkommissarin Nadine Duda ins Leben gerufen. Auch zwei Mitarbeiter der Kriminalpolizei der Direktion Ost unterstützen die Ermittlungsarbeit der Beamten der Inspektion Märkisch-Oderland. In Kooperation mit allen Bereichen der Polizei sei die fünfköpfige Einsatzgruppe praktisch der „Denkapparat“ bei der Aufklärung.

„Gerüchte sind immer problematisch und kommen schnell auf. Doch wir verlassen uns auf Fakten, handfeste Beweise und die Ergebnisse der Spurensicherung“, leitet Nadine Duda ihre Ausführungen ein. Ausschlaggebend sei bereits die Arbeit der Polizisten vor Ort gewesen, die nach der Absperrung des Einsatzortes und der Sicherung der Rettungswege mit der ersten Aufnahme von Hinweisen begannen. Zusätzlich sei auch das zahlreich vorhandene Video- und Bildmaterial des Brandgeschehens einbezogen worden.

„In diesem Fall ist es als Glück zu bezeichnen, dass es so öffentlich wirksam war und zahlreiche Hinweise existierten“, ergänzt die Leiterin der Kriminalpolizei, Sabine Schröter. Die zahlreichen Schaulustigen seien bei der gefährlichen Arbeit der Einsatzkrfäten „nicht förderlich“ unterstreicht der Leiter der Polizeiinspektion, Sven Brandau. „Wir sind froh, dass es direkt durch das Feuer keine Opfer zu beklagen gibt, es bei einem erheblichen Sachschaden geblieben ist“, so Brandau weiter. Immer wieder hätten „Zuschauer“ nicht nur sich selbst in Gefahr gebracht, indem sie für Fotos oder Videos in den dichten Rauch gingen.

Schon da sei aufgefallen, dass unter den zahlreichen Schaulustigen ein Junge immer wieder Informationen preisgab, die nur ein Täter haben konnte. Auch halfen Zeugen aussagen sowie Hinweise, den Verdächtigenkreis relativ schnell einzuengen. Am Mittwoch nach dem Brand schließlich wurden ein 12- und ein 13-jähriger in Begleitung eines Erziehungsberechtigten zur Anhörung geladen, wo die beiden Jungen die Tat schließlich einräumten. Entgegen den Gerüchten, welche die Arbeit der Ermittler mehr erschwerten, handelt es sich jedoch um zwei Deutsche. Aus Angst hatten die Tatverdächtigen zunächst noch gelogen, gestanden schließlich dennoch.

Aufgrund der Spuren und der Aussagen konnte auch der genaue Hergang rekonstruiert werden. So haben die Jungen etwa zum Kernladenschluss um 20 Uhr im hinteren von zwei Fahrzeugen, die in einem etwa drei Meter breiten Durchgang zwischen einer Kfz-Werkstatt und einem Sachverständigenbüro abgestellt waren, einen Karton in Brand gesetzt. Mittels Deo-Spray wurde der Brand beschleunigt. Schließlich griffen die Flammen auf einen Reifenstapel zwischen den Autos, die ursprünglich restauriert werden sollten, über und „fraß“ sich von dort aus schnell unter die Dachkonstruktion. So wurden die Ladenflächen von Medimax bis Rossmann inklusive der drei vorgelagerten Geschäfte erfasst. Dank dem Einsatz der Feuerwehrleute konnte ein weiteres Übergreifen verhindert werden.

„Wir danken für die Hinweise“, so Nadine Duda mit dem Appell, dass Zeugen ihre Aussagen in jedem Fall so zeitnah wie möglich machen sollen. Dadurch sei der gesamte Ermittlungspfad vergleichsweise schnell abgeschlossen worden. Indes machten die Polizeivertreter keine weiteren Angaben zu den Tätern, um das persönliche Umfeld zu schützen und nicht noch weitere Gerüchte anzuheizen. Aufgrund des Alters der beiden Täter, erfolgt eine sehr enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. „Das Jugendamt übernimmt nun das weitere Verfahren. Die jungen Täter und ihre Familien werden begleitet, es werden Präventionsmaßnahmen eingeleitet und die Betroffenen unterstützt, um angemessene Maßnahmen umzusetzen“, schließt Nadine Duda.

Fotos: BAB/sd

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